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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 6. Band, (Jahrgang 1851)

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Alberts  I.  und  Bertholds,  der  beiden  ersten  Grafen  von  Tirol, ­
  welcher  Name  um  1140  zum  ersten  Male  auftaucht,  mit  Ile—
stimmtheit  im  Jahre  1110  als  Sehirmvogt  des  Hochstiftes  Trient
erscheint.  Es  ist  höchst  wahrscheinlich  jener  jugendliche  (culoleseens)
  Graf  Adelbert,  der  im  Jahre  1106  die  vom  neugewählten
K.  Heinrich  V.  nach  Rom  abgesandten  Bischöfe  zu  oder  bei  Trient
auffangen  liess.  Da  das  gleichzeitige  Brixener  Saalbuch,  vvieB.  nachweiset, ­
  ihn  einen  Nobilitatem  sortitum  (wenn  anders  diese
beiden  Worte  echt  und  in  unserem  gewöhnlichen  Sinne  zu  nehmen
sind)  nennet,  so  ergibt  sich  unwillkürlich  die  Folgerung,  dass  er
nicht  altedeln  Blutes,  sondern  ein  Emporkömmling  gewesen  sei-.  Bergmann ­
  vermuthet,  K.  Heinrich  IV.  habe  kurz  vor  seiner  Absetzung-Adalberten
  in  diesen  Gau,  der  bis  über  Meran  herab  zu  Churrhätien
gehörte,  aus  der  Ferne  her  als  Grafen  gesetzt,  um  die  auch  an
der  Etsch  und  im  Gebirge  mächtigen  und  stets  gegenkaiserlichen
Welfen  (besonders  im  Seitenaste  der  Grafen  von  Botzen  und  zu
Eppan)  und  ihren  Anhang  in  Schranken  zu  halten,  zumal  sich  von
dessen  Ahnen,  da  er  wie  es  scheint  ein  liomo  novus  gewesen,  im
Lande  selbst  keine  sichere  Spur  linden  lässt.

Vorgelegt  und  zum  Druck  in  diesen  Sitzungsbericht  bestimmt
wurden:  „Griechische  0  r  i  gin  a  1  -  U  rkun  d  e  n  zur  Geschichte ­
  des  Freistaates  Ragusa”  von  G.  L.  F.  Tafel
und  G.  M.  Thomas.
Als  wir  im  September  1850  in  Wien  verweilten,  um  im  k.  k.
Staatsarchive  Einschau  zu  halten,  was  von  Urkunden  der  Republik
Venedig  in  ihrem  Verhältnisse  zu  Byzanz  und  zur  Levante  dort
niedergelegt  wäre,  richteten  wir  unter  der  wahrhaft  grossarligen
  Fülle  der  daselbst  musterhaft  aufbewahrten  Schätze  unsere
Augen  zunächst  auf  die  griechischen  Urkunden.  Hiebei  machte
uns  der  Vice-Director,  Herr  Regierungsrath  von  Chrnel  mit  jener
Zuvorkommenheit  und  Uneigennützigkeit,  welche  das  Merkmal  des
echtwissenschaftlichen  Strebens  ist,  auch  auf  einige  griechische
Original-Diplome  aufmerksam,  die  sich  auf  die  Geschichte  der
Republik  Ragusa 1 )  beziehen.
1 )  Zur  Literatur  der  Ragusanisclien  Geschichte  Vgl.  J.  1.  von  Eiigel,  Geschichte
des  Freistaates  liagusa.  Wien  1807,  S.  i-—36.
            
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