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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 6. Band, (Jahrgang 1851)

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nämlich  keineswegs,  dass  die  Wirkung  durch  die  Ursache  erkannt”, ­
  sondern  nur,  dass  sie  durch  dieselbe  hervorgebracht
werde.  Wie  viel  ursächliche  Processe  sind  fortwährend  im  Gange,
die  von  Niemanden  „erkannt”  werden  und  auf  diese  Erkenntniss
auch  nicht  warten.  Wo  daher  immer  ursächlicher  Zusammenhang
stattfindet,  ist  dies  zwischen  Dingen  der  Fall,  die  wenn  nichts
Anderes,  doch  wenigstens  das  gemein  haben,  dass  sie  Dinge  sind.
Keineswegs  aber  muss  desswegen,  weil  das  Eine  Ursache  des
Andern,  auch  der  Begriff  des  Einen  den  des  Andern  einschliessen,
wie  denn  der  Begriff  des  Vaters  gewiss  nicht  in  jenem  des  Sohnes
enthalten  ist,  und  noch  weniger  muss  dem  ursächlichen  Zusammenhänge, ­
  wie  in  der  Demonstration  der  Propositio  III.  gefordert
wird,  die  Erkenntniss  desselben  vorausgeheu.
Dies  aber  schreibt  offenbar  Spinoza  vor,  da  er  dort,  wo
nicht  wenigstens  wechselseitige  Begreiflichkeit  herrscht,  also  ein
gewisser  Grad  von  Gemeinschaft,  von  einem  sächlichen  Verhältnisse ­
  gar  nicht  die  Rede  sein  lassen  will.  Einerseits  die  logische
Correlativität  dieser  Begriffe,  die  er  kein  Bedenken  nimmt,  als
innere  Wesensidentität  auf  die  physischen  Ursachen  und  Wirkungen ­
  selbst  zu  übertragen;  andererseits  das  gelieimnissvolle  Band
der  Gleichartigkeit,  welches  der  alte  Kanon:  Gleiches  kann  nur
durch  Gleiches  erzeugt  werden,  um  die  Dinge  schlingt,  die  in
wechselseitiger  Einwirkung  begriffen  sind,  übt  auch  auf  Spinoza’s
Ansicht  der  Causalität  einen  magischen  Einfluss.  Was  nicht  wenigstens ­
  etwas  mit  der  Wirkung  gemein  hat,  das  kann,  meint  er,  nicht
deren  Ursache  sein  und  umgekehrt.  Schon  dass  wir  bestimmt
werden,  einer  gewissen  Erscheinung,  als  Wirkung  betrachtet,  nur
eben  diese  und  keine  andere  Ursache  zuzuschreiben,  geschieht  in
Folge  einer  innern  Verwandtschaft  zwischen  beiden,  die  auf  der
Gemeinschaft  gewisser  Beschaffenheiten  beruht.  Ganz  richtig!  Bemerken ­
  wir  nur  auch,  dass  diese  gemeinschaftlichen  Beschaffenheiten, ­
  diese  innerliche  Gleichartigkeit  zwischen  Ursache  und  Wirkung ­
  oft  sehr  entfernt  und  verborgen  liegen  kann.  Feuer  und
Wasser  bieten  sich  der  gemeinen  Anschauung  als  schroffe  Gegensätze ­
  dar,  und  doch  ist  der  Tropfen  Wassers,  den  das  sich  entladende ­
  Knallgas  zurücklässt,  Wirkung  der  Flamme.  Das  Mass  der
Gleichartigkeit,  das  wir  an  den  Dingen  der  Erscheinung  wahrnehmen, ­
  kann  selten  oder  nie  Grund  genug  sein,  das  Eine  als  die
            
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