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Dingen geben, die nicht etwas Gemeinsames enthielten; oder er
versteht unter dem Begriff eines Dinges die Summe der Begriffe,
welche dessen Bestandteile bilden, und unter dem Begreifen des
einen Dinges durch das Andere den Umstand, dass der Begriff des
Einen mit Hülfe der Begriffe des Andern gebildet wird, und dann
folgt, dass bei Dingen, welche als solche sehr verschiedenartige Beschaffenheiten,
ja selbst entgegengesetzte besitzen, doch der Begriff
desEinen den des Andern als Bestandteil einschliesst, wie z. B. der
Begriff des ungleichseitigen den des gleichseitigen Dreiecks, so
verschieden die Beschaffenheiten ihrer Gegenstände sind; während
umgekehrt bei Dingen, die gar Manches mit einander gemein haben,
doch der Begriff desEinen den des Andern nicht enthält, wie z. B.
Parabel und Ellipse in der Nähe des Anfangspunctes der Erstem.
Wie wir immer demnach den Sinn des fünften Axioms drehen
und wenden mögen, enthält er eine Unwahrheit. Dinge, deren
Begriffe nichts miteinander gemein haben, können nichts desto
weniger manche gemeinsame Beschaffenheit besitzen, während
bei Dingen sehr verschiedener Art der Begriff des Einen allerdings
im Begriff des Andern enthalten sein kann.
Woher also diese Zuversicht des scharfsinnigen Denkers,
die ihn gerade diesen Satz für einen unbeweisbaren und des Beweises
nicht bedürftigen halten liess? Wir werden sehen, dass in
ihm bereits der Keim zu der folgenschweren logischen Verwechslung
liegt, die Spinoza sich zwischen Beschaffenheiten des Gegenstandes
und den Bestandteilen der Begriffe zu Schulden kommen lässt, und
deren prangende, aber ziemlich hohle Frucht sein ganzes System ist.
Mit der Erschütterung der beiden genannten Axiome ist der
weiteren Demonstration Spinoza’s der Boden unter den Füssen
weggezogen. Die Propositio III., darin es heisst: „Dinge, die nichts
miteinander gemein haben, davon kann nicht Eines Ursache des
Andern sein”, zerfällt in sich, weil es Dinge, die gar keine Beschaffenheit
miteinander gemein hätten, nicht gibt, und weil, wenn cs
deren gäbe, dadurch, dass Eines durch das Andere nicht begriffen
wird, d. h., um mit Spinoza zu reden, dass die Erkenntniss des
Einen nicht auch die Erkenntniss des Andern umschlösse, noch
keineswegs erwiesen wäre, was Spinoza dadurch zu errreichen
glaubt, nämlich, dass jenes Eine auch nicht Ursache des Andern sein
könne. Das ursächliche Verhältnis zwischen Dingen verlangt