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die Naturforscher verfolgen, wenn sie von der beobachteten Wirkung
zu dem Schluss auf die zu Grunde liegende wahrscheinliche
Ursache fortschreiten. Im Grunde ist freilich Eines wie das Andere
nur eine einseitige Auflassung des Satzes, dass die vollständige
Wirkung in der vollständigen Ursache und in nichts Weiterem
begründet, und die vollständige Ursache eben nur Ursache dieser
und keiner andern vollständigen Wirkung sei. Der Erkenntniss
ist damit der mannigfaltigste Weg eröffnet; sie ist weder gebunden,
von der Ursache zur Wirkung, noch von dieser zu jener
überzugehen, sondern kann bald den synthetischen (von der
Ursache zur Wirkung), bald den analytischen Weg (von der Wirkung
zur Ursache) wählen ; und wenn das Axiom Spiuoza’s ausschliesslich
gelten sollte, so hätte Galilei nie durch die Schwingung an
einer Lampe, noch Newton durch den Fall des berühmten Apfels,
der für die Naturwissenschaften zum Eva’s-Apfel vom Baum der
Erkenntniss geworden, auf die unsterbliche Entdeckung der Pendelund
Fallgesetze geleitet werden können.
Wenig besser scheint es uns um das zweite Axiom Spinoza’s
zu stehen, nach welchem Dinge, welche nichts miteinander gemein
haben, nicht durch einander sollen begriffen werden können (intelligi).
Räthselhaft ist hier schon der Ausdruck „gemein haben”
(commune habere'). Er kann auf doppelte Weise verstanden werden.
Entweder muss man ihn auf die Dinge selbst, ihre Substanz, ihren
Stoff, ihre Beschaffenheiten beziehen, oder wie es die Folgerung
„dass sie durch einander nicht sollen begriffen werden” zu verlangen
scheint, auf die Begriffe der Dinge. Beziehen wir ihn auf die Dinge
selbst, so bedeuftgt ihr „Gemein haben” so viel, dass entweder das
Eine ein Theil des Andern oder dass beide die Besitzer gewisser
gemeinschaftlicherBeschaffenheitenseien. Im ersten Fall haben beide
wirklich etwas gemein, im zweiten Fall
jedoch besitzen sie nur gleich e, nicht
dieselben Beschaffenheiten. Nehmen
wir das Erste an, so lautet Spinoza’s
Satz dahin, dass nur Dinge, deren Eines ®
ein Theil des Andern ist, durch einander
begriffen werden können, was gewiss falsch
ist. Denn zeichnen wir ein ungleichseitiges
Dreieck abc und verbinden zwei beliebige, nur nicht von