430
seiner Söhne sein Kleid über die Frau seines Vaters warf und sie
erbte; wollte er sie nicht, so heirathete sie einer seiner jüngeren
Brüder mit einer neuen Mitgift; so erbten sie die Weiber, wie sie
die Habe erbten. (Anmerk. Im Koran ist diese Heirath verboten
worden mit den Worten: Heirathet nicht Weiber die eure Väter
geehlicht haben; ist es nicht schon früher gesagt worden, dass es
Verbrechen, Abscheu und Sünde ist.)
Aberglauben.
Die Araber sagen: derjenige, der einen Hasenknöchel trägt,
den betrifft kein böses Auge, kein Zauber; da die Dschinen vor
dem Hasen flöhen.
Wenn jemand erblindet, so ist das Mittel dagegen: den Fettbuckel
eines Kameles und die Leber desselben zu braten, dann
muss man sie essen, und so oft man einen Bissen isst, das obere
Augenlied mit dem Zeigfinger einstreichen und sagen: 0 Fettbuckel
und Leber! diess ist das Mittel gegen Erblindung.
Man sagt, dass wenn ein Mann und ein Weib sich gegenseitig
lieben und es wird nicht über ihm sein Mantel und über ihr ihr
Schleier zerrissen, ihre Liebe nicht anhalte; thue man aber das,
so dauere ihre Liebe fort.
Man sagt, wenn derFuss einschläft und man den Namen nennt,
der einem unter allen Menschen am liebsten ist, diese Erstarrung
vergehe. Daher sagte ein Weib vom Stamme Kilab:
Schläft mein Puss ein, so gedenk ich Ibni Muss’ib’s,
Aber spreche ich Abdallah aus, so verschwindet die Erstarrung.
Man glaubt, dass wenn ein Mann eine Stadt betritt und sich
vor einer dort herrschenden Seuche fürchtet, er nur zehnmal wie
ein Esel zu iahen habe, um von der Seuche verschont zu bleiben.
Desshalb singt der Dichter U’rwet-Ibn-ol-Wird:
Fürwahr, wenn ich auch aus Furcht vor der Seuche
Zehnmal wie ein Esel brüllte, hab’ ich dennoch Angst.