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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 6. Band, (Jahrgang 1851)

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seiner  Söhne  sein  Kleid  über  die  Frau  seines  Vaters  warf  und  sie
erbte;  wollte  er  sie  nicht,  so  heirathete  sie  einer  seiner  jüngeren
Brüder  mit  einer  neuen  Mitgift;  so  erbten  sie  die  Weiber,  wie  sie
die  Habe  erbten.  (Anmerk.  Im  Koran  ist  diese  Heirath  verboten
worden  mit  den  Worten:  Heirathet  nicht  Weiber  die  eure  Väter
geehlicht  haben;  ist  es  nicht  schon  früher  gesagt  worden,  dass  es
Verbrechen,  Abscheu  und  Sünde  ist.)

Aberglauben.

Die  Araber  sagen:  derjenige,  der  einen  Hasenknöchel  trägt,
den  betrifft  kein  böses  Auge,  kein  Zauber;  da  die  Dschinen  vor
dem  Hasen  flöhen.
Wenn  jemand  erblindet,  so  ist  das  Mittel  dagegen:  den  Fettbuckel ­
  eines  Kameles  und  die  Leber  desselben  zu  braten,  dann
muss  man  sie  essen,  und  so  oft  man  einen  Bissen  isst,  das  obere
Augenlied  mit  dem  Zeigfinger  einstreichen  und  sagen:  0  Fettbuckel
und  Leber!  diess  ist  das  Mittel  gegen  Erblindung.
Man  sagt,  dass  wenn  ein  Mann  und  ein  Weib  sich  gegenseitig ­
  lieben  und  es  wird  nicht  über  ihm  sein  Mantel  und  über  ihr  ihr
Schleier  zerrissen,  ihre  Liebe  nicht  anhalte;  thue  man  aber  das,
so  dauere  ihre  Liebe  fort.
Man  sagt,  wenn  derFuss  einschläft  und  man  den  Namen  nennt,
der  einem  unter  allen  Menschen  am  liebsten  ist,  diese  Erstarrung
vergehe.  Daher  sagte  ein  Weib  vom  Stamme  Kilab:
Schläft  mein  Puss  ein,  so  gedenk  ich  Ibni  Muss’ib’s,
Aber  spreche  ich  Abdallah  aus,  so  verschwindet  die  Erstarrung.

Man  glaubt,  dass  wenn  ein  Mann  eine  Stadt  betritt  und  sich
vor  einer  dort  herrschenden  Seuche  fürchtet,  er  nur  zehnmal  wie
ein  Esel  zu  iahen  habe,  um  von  der  Seuche  verschont  zu  bleiben.
Desshalb  singt  der  Dichter  U’rwet-Ibn-ol-Wird:
Fürwahr,  wenn  ich  auch  aus  Furcht  vor  der  Seuche
Zehnmal  wie  ein  Esel  brüllte,  hab’  ich  dennoch  Angst.
            
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