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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 6. Band, (Jahrgang 1851)

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Ich  kaufe  sie  bloss  als  Magd  i).  Da  antwortete  er:  ichbin’s  bereit.
Als  ich  ihn  nun  bat,  den  Preis  festzustellen,  antwortete  er:
wir  haben  die  zwei  Kamelstuten  und  dein  Reilkamel  im  Sinne.
Ich  erwiderte  darauf:  es  ist  mir  recht,  nur  unter  der  Bedingung,
dass  mein  Kamel  sie  und  mich  nach  Hause  trägt.  Der  Mann  willigte ­
  ein;  hierauf  bekehrte  ich  mich,  o  Prophet  Gottes,  zu  deiner
Offenbarung,  und  es  war  seitdem  meine  Sitte,  jedes  dem  Tode  geweihte ­
  Mädchen  um  zwei  Aschrä-Kamelstuten  und  ein  Kamel  zu
kaufen.  Da  sprach  der  Prophet  Gottes  :  Diess  nützt  dir  nichts,
weil  du  dadurch  dir  nicht  das  Wohlgefallen  Gottes  erwarbst;  w'enu
du  aber,  nachdem  du  dich  zum  Islam  bekehrt  hast,  ein  gutes  Werk
thust,  so  wirst  du  (von  Gott)  dafür  belohnt  werden.  Desshalb
singt  Feresdak,  sich  dieser  That  seiner  Ahnen  brüstend  :
Mein  Ahn  ist’s,  der  die  dein  Tod  geweihten  rettete
Und  sie  in’s  Lehen  rief,  so  dass  sie  nicht  begraben  wurden.

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Feresdak  prahlte  sich  einst  damit  gegen  jemanden  am  Hofe
eines  der  ommejadischen  Chalifen  und  sagte:  ich  bin  der  Abkömmling ­
  des  Wiederbelebers  der  Todten  ;  jener  widersprach,  da  antworteteFeresdak:
  im  Koran  heisst  es:  wer  sie  in’s  Leben  ruft,  dem
gilt  es  als  hätte  er  alle  Menschen  wieder  in’s  Leben  gerufen;  mein
Ahn  hat  die  Mädchen  vor  dem  Lebendigbegraben  geschützt,  sie
mit  seinem  Gehle  losgekauft,  das  ist  in’s  Leben  gerufen.  Da
sprach  der  Chalife  zu  Feresdak  :  Wahrlich,  du  bist  nicht  bloss  Dichter, ­
  sondern  auch  Gelehrter.
Anmerkungen.
Eine  ’Aschrä-Kamelstute  a )  ist  die,  welche  ihr  Junges  zehn
Monate  lang  trug,  es  ist  dieses  ein  Zeichen  der  Güte  des  jungen ­
  Kameles,  wenn  es  das  Junge  ein  Jahr  lang  trägt,  so  heisst  es
Nük  =).  —

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