Skip to main content Jump to sidebar

Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 6. Band, (Jahrgang 1851)

421

bekehre?  —  Ich  gebe  dir  die  Zügel  der  Rosse  in  deine  Hand,  denn
du  bist  ein  kühner  Mann.  Darauf  eutgegnete  Amir:  die  Zügel  der
Pferde  sind  in  meiner  Hand.  Hierauf  kehrte  er  heim  und  sprach
zuErbed:  Entweder  schüzest  du  mich  und  ich  tödteihn,  oder
du  tödtest  ihn  und  ich  schütze  dich.  Sie  begaben  sich  also  zum
Propheten  zurück  und  Amir  gab  vor,  er  habe  etwas  Geheimes  mit
ihm  (d.i.  Mohammed)  zu  reden.  Da  sagte  der  Prophet:  Komme  näher.
Als  er  nun  nahte,  zog  Erbed  sein  Schwert  zum  Theil  heraus.  Als
der  Gesandte  Gottes  den  Säbel  blitzen  sah,  sprach  er  einen  Koranvers,
  um  sich  vor  dem  Verräther  zu  schützen,  da  vertrocknete  die
Hand  Erbed’s  am  Säbel  und  Gott  sandte  einen  Blitz  auf  ihn  herab,
der  ihn  vernichtete.  Amir  aber  entfloh,  da  betete  der  Gesandte
Gottes:  0  Gott,  leite  die  Beni  Amir  auf  den  rechten  Weg  und  befreie ­
  die  Welt  von  Amir  und  treffe  ihn  mit  einem  deiner  durchdringenden ­
  Pfeile.  Der  Tod  überraschte  ihn  im  Hause  eines  Weibes ­
  von  Selük 1 ),  da  rief  er  stets  :  eine  Seuche,  wie  Kamelseuche,
hat  mich  betroffen  und  das  noch  im  Hause  eines  Weibes  von  Selük;
er  hörte  nicht  auf,  dieseWorte  zu  wiederholen,  biserseine  Seele  aushauchte. ­
  In  Folge  dieser  Begebenheit  wurde  der  Koransvers  geoflfenbart,
  derlautet:  er  sendetdie  Blitze  undbctrifft  damit,  wen  er  will,
und  sie  streiten  mit  Gott,  doch  er  ist  schrecklich  in  der  Bestrafung.
&il  I  ^  3  \d-  ^j  P  L,  —J  l—f  ^^  ^
J  Ul
C
Die  Veranlassung  zu  dieser  Begebenheit  war  folgende:  Amir
Ihn-Malik-Ibn-Dschäfer  Ibn-Kiläb,  der  Oheim  des  Amir-Ibn-ot-Tufeil,
  der  den  Beinamen  Moläib-ol-Esinne,  d.  i.  Lanzenspieler,  erhielt, ­
  erkrankte  an  einem  Bauchgeschwüre,  die  Aerzte  wussten  ihm
nicht  zu  helfen;  da  rief  er  seinen  Brudersohn  Lebid  Ibn-Rebiä,  den
Dichter,  und  sprach:  Du  bist  unter  den  Leuten  meines  Hauses  mir
am  aufrichtigsten  ergeben,  gehe  zu  dem  Manne,  der  sich  für  einen
Propheten  ausgibt,  bitte  ihn  um  ein  Mittel  für  meine  Krankheit  und
mache  ihm  Kamele  zum  Geschenke.  Da  begab  sich  Lebid  zun»
Propheten;  dieser  sagte:  Geschenke  nehme  ich  von  Niemanden
ausser  er  gehöre  meiner  Religion  an,  würde  ich  aber  sonst  von

*)
            
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.