Dieser Codex, der im ersten Viertel des XVII. Jahrhunderts
geschrieben wurde, enthält theils Hymnen, theils historische, theils
biblische erzählende Gedichte, mit wenigen Ausnahmen dem XVI.
Jahrhunderte angehörig, sämmtlich von gedruckten Exemplaren
eopirt, deren manche jedoch, wie z.B. zwei gleichzeitige hist orische
(Jedichte, die siebenbärgischen Ereignisse unter dem Fürsten Gabriel
Bätori schildernd, gänzlich untergegangen, und somit blos durch
gegenwärtige Abschrift erhalten worden sind. Die Sammlung rührt
von einem gewissen Thomas Nagy her, der wahrscheinlich als Theol.
('and. in Leipzig verstorben ist.
Gleichfalls heute expedirte ich den heidelberger Cod. Palatinos
an Se. Exc. den inter. Chef derUngr. Statthalterei, dessen Mittbei—
hing ich gleichfalls der gütigen Verwendung der kais. Akademie
verdanke. Genaue Vergleichung hat herausgestellt, dass dieser
Codex nichts weiter als eine mit Auslassung einzelner Kapitel und
dem Verf. unverständlicher Stellen, im Uebrigen möglich treue
deutsche Uebertragung der Turöci’sehen Chronik enthält, bei welcher
sich der unbekannte Uebersetzer der Brünner Ausgabe von 1488
bedient hat. Auch die Handzeichnungen sind nichts weiter als
farbige Copien der brünner Holzschnitte; das Titelbild, welches
leicht für den Einzug der Ungern nach Ungern gelten könnte, ist
die Copie des Einfalls der Tataren nach Ungern derselben brünner
Ausgabe, und gehört nicht zu Turöci, sondern zu Rogerius, der
auch in der erwähnten Ausgabe dem Turöci beigedruckt ist. Die
Uebersetzung hat der Roger nicht.
Ich lasse gegenwärtig die meist inedirten Schriften des Palatin
Ni das Eszterhazy drücken. Diesen habe ich auch seine in Wien
1 (»45 erschienenen Briefe von Lönyai einverleibt. Letztere Hess
ich mir aus dem Exemplar derMaros-Väsärhelyer Bibliothek copiren.
Seitdem hat die Hofbibliothek ein Exemplar acquirirt (durch Kupitsch
im Jänner 1851). Höchst wünschenswerth wäre es mir, meine
Abschrift mit diesem Exemplar (das meines Wissens das zweite ist,
das man kennt) selbst vergleichen zu können. Wäre ich so glücklich ,
dieses Exemplar durch die Vermittelung der Akademie bekommen
zu können, würde ich es nach veranstalteter Collation, somit binnen
14 Tagen, mit Dank zurückstellen. (Diese Briefe sind in dem Hofbibl.-Exemplare
den Briefen Eszterhäzy’s an Räköci beigebunden,
welche folgenden Titel führen: A Magyarorszägi Palatinusnak