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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 6. Band, (Jahrgang 1851)

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05.  S.  oben  S.  355.  n.  15.
OG.  Der  König  soll  sogar  von  dem  Kurfürsten  als  Preis  ftlr  die  Beförderung ­
  Neuburg’s  verlangt  haben,  dass  er  die  Holländer  angreife:  Tagebuch
f.  i.O.  b.:  „Graf  Königsmark  «sagte  mir  es  were  Ihm  vertrauet,  dass
Franckreich  dem  Churfürsten  von  Brandenburg  versprochen,  Neohurgico
die  Pollnische  Crone  zu  verschaffen,  im  Fall  Er  die  Holländer  attaquiren
wolle.”  Sehr  merkwürdig  ist  die  Aeusserung  des  Grafen  Rabatta  an  den
Verfasser  des  Tagebuches  (f.  89.  a.):  „Dass  Ihm  Hr.  Lionne  gebeichtet,  dass
man  keiner  andern  Ursache  halben  den  Printzen  von  Conde  in  negotio  Polonico ­
  abandonniret,  und  dem  Printzen  von  Neuburg  assistence  versprochen,
a!sz  weilln  mann  dazumalil  sich  in  den  krieg  mit  Spanien  embarquiret,  und
der  Teutschen  Fürsten  faveur  von  nöthen  gehabt  bette."  Beaclitenswerth
ist  auch  f.  72.  b.:  „Nachmittag  hat  Mr.  de  Siri  mich  besuchet,  der  nebenst
seinem  gewöhnlichen  cliscours  de  la  fouberie  du  Ministere,  et  praesertim  in
negotio  Polonico,  mir  gesaget....  Quantum  ad  Polonica  ,  so  hette  mann
den  Traclat  mit  Brandenburg  gemacliet,  umb  Ilm  in  der  Neutralitaet  und
extra  triplicem  liguam  zu  halten,  und  sey  mine  gemacliet  worden,  ob  abandonnire
  man  Condeum  und  embrassire  les  interets  de  Mr.  de  Neubourg,
damit  wenn  mann  etwann  alzuselir  in  den  Krieg  mit  Spanien  verwickelt
würde,  und  dass  Condeisclie  Interesse  nicht  mehr  observiren  lcönte,  mann
gleichwohl  auf  dem  nothfall  einen  König  in  Polen  bette,  der  mit  Franckreich
gut  freund  were.”
97.  Tagebuch  f.  22.  a.:  „Ich  habe  Mr.  de  Lerode  besuchet,  und  Ihm
communiciret,  was  Hr.  Habbeus  wegen  seiner  Commission  an  mich  geschrieben. ­
  DaEr  mir  geklaget,  dass  der  Ertzbischoff,  der  sich  doch  so  hart  gegen
Neuburg  verschrieben,  dass  cs  an  nichts  als  dem  galgen  mangelte,  so  liederlich ­
  gegen  Printz  Radzivil  geredet,  wiewohl  Hr.  Lionne  gesaget,  dass  Er
nicht  glauben  könte,  dass  der  Ertzbischoff  solches  gesaget.  NB.  Franckreich ­
  hat  Arcliiepiscopum  über  dem  mit  Neuburg  gemachten  Tractat  garantiret.”
  Auch  der  Brandenburgische  Gesandte  war,  „sehr  alarmiret  über
den  discours,  den  der  Ertzbischoff  mit  dem  Printzen  Radzivil  gehalten  haben
soll”:  f.  21.  b.  Noch  am  12.  Mai  1669  wird  von  einer  Conferenz  des  Neuburgischen ­
  und  des  Rrandenburgisehen  Abgesandten  mit  Lionne  berichtet:
f.  75.  b.:  „Wie  Hr.  Lerode  iudiciret,  habe  Hr.  Lionne  einen  kleinen  anfang
zu  rompiren  gemacliet,  und  würde  es  auf  dem  Freytag  vollends  gantz  thun;
zumahlen  Er  Ihnen  ihre  diffidence  in  antecessum  reproehiret,  worauf  Sie
geantwortet,  dass  mann  nicht  dem  König  besondern  dessen  Ministris  die
Schuld  gebe,  könte  auch  nicht  anders  alsz  sinistre  soubfonniren,  weilln
alle  frantzösische  freunde  dem  Hertzog  nicht  nur  nicht  favorisirten,  besondern ­
  auch  eine  aversion  vor  Ihm  temoignirten.  Zu  dem  reproeliirten  ja  die
keyserlichen  Ministri  dem  Gremonville,  dass  Franckreich  mit  allen  seinen
protestationen  nicht  einen  cintzigen  freund  für  Neuburg  in  Polen  gewonnen, ­
  welches  auch  in  der  that  also  were."  Einer  schrieb  aus  Polen,
„dass  der  Ertzbischoff  andere  Neuburgische  freunde  debauehiren,  und  sie
in  die  Condeische  Partei  aufs  neue  ziehen  wolte”:  f.  35,  b.;  und  der  Neuburgische ­
  Gesandte  begann  „rfe  sineeritate  Gallicana  sehr  zu  zweiflcln".
            
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