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dem Prinzen Conde seine entschiedene Begünstigung zu 93); Johann
Casimir schloss mit ihm einen förmlichen Vertrag, wornach er zu
Conde’s Gunsten abdanken wollte 94), und mehrere Grosse verpflichteten
sich schriftlich, ihm ihre Stimmen zu geben; dem
Pfalzgrafen schlug man seihst für den Fall, dass Conde keine Hoffnung
mehr hätte, die Bitte um das Versprechen der Unterstützung
ab. Nach dem Tode derKöniginn von Polen zeigte man sich allerdings
ihm geneigt; man sagte ihm die Unterstützung zu, mit Aufgeben
Conde’s, schloss den Vertrag mit Brandenburg, und liess
durch seinen Gesandten in Polen Johann Casimir bewegen, sich vertragsmässig
zu verpflichten, zu Gunsten Neuburg’s abzudanken,
und ihm Anhänger werben. Aber bald hatte dieser grosse Ursache,
an der Aufrichtigkeit dieses Gesandten zu zweifeln, und beklagte
sich so lauge in Paris, bis man denselben abrief, und dem Pfalzgrafen
die Wahl eines andern französischen Abgesandten überliess;
dennoch wurde derselbe Bischof vonBeziers bald wieder nach Polen
geschickt. Der König von Frankreich that dann freilich, wie oben
erwähnt, Manches zu Gunsten Neuburg’s, und schien zuletzt Alles
geleistet zu haben, was man billig verlangen konnte. Indessen es
w r aren dennoch mehrere gewichtige Gründe, die den Verdacht einflössten,
Frankreich thue das Alles nur zum Schein, und habe den
Plan, Conde zu befördern, nicht aufgegeben. Es lag in Frankreichs
Interesse, dass ein Prinz seines Geblütes König von Polen werde;
in zwei Verträgen mit Schweden w r ar das auch ein Hauptpunct gewesen;
der König, Conde und dieKöniginn von Polen hatten grossen
Aufwand dafür gemacht; nichts aber war seitdem eingetreten, was
Ludwig XIV. zum Aufgeben dieses Planes hätte bestimmen müssen,
vielmehr erhielt er noch dringendere Motive durch die damaligen
allgemeinen politischen Verhältnisse, bei den weitgreifenden Plänen
Frankreichs, namentlich im Falle des Todes des jungen Königs von
Spanien Karl’s II., den man nahe glaubte; Joh. Casimir warFrankreich
wenigstens ebenso eifrig ergehen wie seine Gemahlinn, viele
der Angesehensten entschieden auf dessen Seite; Conde aber, mit
welchem der König einen förmlichen Vertrag gemacht hatte, worin
er ihn oder seinen Sohn zur polnischen Krone zu befördern versprach
“ 5 ), hatte diesem nicht allein keine Ursache gegeben, seine
feierliche Zusaffe zu brechen , sondern auch durch die Eroberung
Burgund’s noch mehr dessen Zuneigung gewonnen. Daher konnte
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