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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 6. Band, (Jahrgang 1851)

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seines  Clienten  mit  dem  wärmsten  Eifer,  und  der  ncuburgischc
selbst  bob  in  trefflicher  Rede  Alles  von  Vorzügen  und  Versprechungen ­
  hervor,  was  für  ihn  einnehmen  konnte.  Aber  auch  der
Gesandte  des  Prinzen  von  Lothringen  sprach  mit  grosser  Beredsamkeit, ­
  und  suchte  vorzüglich  durch  ausserordentliche  Geldversprechungen ­
  zu  gewinnen;  ja  er  stellte  es  der  Republik  anheim,
ob  sie  den  Fürsten  künftig  Herzog  oder  König  nennen  wolle.
In  Warschau  herrschte  die  höchste  Aufregung  und  stürmische ­
  Bewegung,  als  der  Tag  der  Wahl  anbrach,  der  19.
Juni  1669.  Sie  nahm  einen  höchst  überraschenden  Gang,  und
erreichte  ein  Ziel,  welches  kaum  Jemand  erwartet  hatte  st).  Als
man  in  allgemeiner  Unschlüssigkeit  sich  über  den  zu  Wählenden
unterredete,  äusserte  der  Vorsteher  eines  Palatinates,  ohne  aber  selbst
einen  bestimmten  Entschluss  gefasst  zu  haben,  zu  den  Seinigen:
er  sehe  zwei  Candidaten,  von  denen  keiner  mit  Einstimmigkeit
gewählt  werden  würde;  daraus  müsse  ein  Bürgerkrieg  entstehen,
also  über  zwei  Fürsten,  die  beide  nicht  im  Stande  seien  die  Wunden ­
  des  Staates  zu  heilen;  wenn  er  wisse,  dass  es  den  Seinigen
genehm  sei,  so  wolle  er  einen  Piasten  nennen,  der  werde  wenigstens ­
  Frieden  und  Eintracht  im  Staate  erhalten.  Alle  klatschten
Beifall,  und  drängten  den  Palatin,  den  Piasten  zu  nennen.  Durch
diese  unerwartete  Zustimmung  bestürzt,  nannte  er  wie  obenhin
den  Michael  Thomas  Koribut  Wisnio  wieck  i.  Im  nächsten ­
  Palatinate  waren  die  Vorsteher  zwischen  Neuburg  und
Lothringen  getheilt;  als  aber  die  Menge  den  Namen  des  Piasten
hörte,  jubelte  sie  Beifall,  und  zwang  jene  sogar  mit  dem  Säbel  in
der  Faust,  nachzugeben.  Nun  folgten  andere  Palatinate,  von  stürmischer ­
  Begeisterung  ergriffen,  und  wie  eine  Lawine  anwachsend
wälzte  es  sich  weiter  und  weiter.  Einige  waren  bestürzt  und  zweifelhaft, ­
  Andere  widersprachen  zu  Gunsten  Lothringen’s  oder  Neuburg’s,
  besonders  die  Führer  desHceres.  Der  Vice-Kanzler  Olszowski
soll  hier  vorzüglich  entscheidend  für  den  Piasten  gewirkt  haben,
und  von  ihm  der  ganze  Plan  ausgegangen  sein 85 ).  Mit  jedem  Augenblicke ­
  wurde  die  Versammlung  stürmischer,  der  Tumult  stieg  aut
den  höchsten  Grad,  er  artete  in  einen  völligen  Kampf  aus,  so  dass
der  Adel  den  Reichsrath  mit  Waffengewalt  angriff  und  sogar  Mehrere ­
  getödtet  wurden 80 ).  Eben  um  diese  Zeit  der  Wahl  herrschte  in
Warschau  arges  Unwetter  und  eine  furchtbare  Feuersbrunst,  wobei
            
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