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Sobieski und acht Bischöfe für Neuburg; Andere traten hinzu, der
grösste Theil des Reichsrathes war für ihn, und Sobieski’s Geraablinn
versprach noch Viele ihm zu gewinnen, wenn ihr sogleich
40,000 Thaler gezahlt würden, w T obei sie bekannte, dass sie
und ihr Gemahl bis dahin Conde begünstigt hätten, was früher
von ihr mit den stärksten Betheuerungen geläugnet war 7S ).
Seine Partei nahm denn rasch einen grossen Aufschwung, und
sein Abgesandter war seiner Sache so gewiss, dass er noch am
Tage vor der Wahl seine Wechsel auf 200,000 Thaler austheilte,
und, wie unser Tagebuch sagt' 0 ), auch das haare Geld
sofort würde gegeben haben, „wenn es gegenwärtig gewiesen
wäre.” Allein die oben genannten Hindernisse bestanden meist
noch fort, ein beträchtlicher Theil des Reichsrathes und der
grössere des Adels wandte sich dem Prinzen von Lothringen
zu; es scheint, dass vorzüglich der angesehene Vice-Kanzler
Olszowski für ihn thätig gewesen ist 80 ). In allen Palatinaten
war man zwischen Neuburg und Lothringen getheilt. Da zersprengte
der polnische Adel die ganze complicirte Maschinerie,
indem er in Masse bewalfnet erschien und in grosser Entrüstung
gegen die Senatoren erklärte, er wolle einen König nach seinem
Gefallen machen.
So nahete der Tag der Wahl heran, nachdem sie durch die
angestrengten Bestrebungen der Parteien sich mehrere Wochen
lang hinaus geschoben hatte. Nach hergebrachter Sitte empfahlen
die Gesandten der auswärtigen Fürsten in feierlicher Audienz
jeder seinen Candidaten. Der päpstliche Nuntius sprach nur im
Allgemeinen, vorzüglich aus dem Gesichtspuncte der Fürsorge
für die katholische Religion al ). Der schwedische und der kaiserliche
Gesandte empfahlen Neuburg, aber besonders ersterer
mit ziemlich kargen und kalten Worten, auch mit Hjnzufügung
der Clausei, sie wollten durch diese Empfehlung nicht im Mindesten
die freie Wahl beeinträchtigen. Vom Könige von England
wurde ein Schreiben zu Gunsten des Pfalzgrafen vorgelesen 8a ).
Der französische Gesandte aber liess sich an dem zu seiner
Audienz angeselzten Tage durch Krankheit entschuldigen, und
lehnte später die Audienz mit Schroffheit ab: der Grund lag
wahrscheinlich in seinem Verdrösse über den Verlauf der Sache 83 ).
Der brandenburgische Gesandte dagegen redete zur Empfehlung