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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 6. Band, (Jahrgang 1851)

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Sobieski  und  acht  Bischöfe  für  Neuburg;  Andere  traten  hinzu,  der
grösste  Theil  des  Reichsrathes  war  für  ihn,  und  Sobieski’s  Geraablinn
  versprach  noch  Viele  ihm  zu  gewinnen,  wenn  ihr  sogleich
40,000  Thaler  gezahlt  würden,  w T obei  sie  bekannte,  dass  sie
und  ihr  Gemahl  bis  dahin  Conde  begünstigt  hätten,  was  früher
von  ihr  mit  den  stärksten  Betheuerungen  geläugnet  war  7S ).
Seine  Partei  nahm  denn  rasch  einen  grossen  Aufschwung,  und
sein  Abgesandter  war  seiner  Sache  so  gewiss,  dass  er  noch  am
Tage  vor  der  Wahl  seine  Wechsel  auf  200,000  Thaler  austheilte,
  und,  wie  unser  Tagebuch  sagt' 0 ),  auch  das  haare  Geld
sofort  würde  gegeben  haben,  „wenn  es  gegenwärtig  gewiesen
wäre.”  Allein  die  oben  genannten  Hindernisse  bestanden  meist
noch  fort,  ein  beträchtlicher  Theil  des  Reichsrathes  und  der
grössere  des  Adels  wandte  sich  dem  Prinzen  von  Lothringen
zu;  es  scheint,  dass  vorzüglich  der  angesehene  Vice-Kanzler
Olszowski  für  ihn  thätig  gewesen  ist  80 ).  In  allen  Palatinaten
war  man  zwischen  Neuburg  und  Lothringen  getheilt.  Da  zersprengte ­
  der  polnische  Adel  die  ganze  complicirte  Maschinerie,
indem  er  in  Masse  bewalfnet  erschien  und  in  grosser  Entrüstung
gegen  die  Senatoren  erklärte,  er  wolle  einen  König  nach  seinem
Gefallen  machen.
So  nahete  der  Tag  der  Wahl  heran,  nachdem  sie  durch  die
angestrengten  Bestrebungen  der  Parteien  sich  mehrere  Wochen
lang  hinaus  geschoben  hatte.  Nach  hergebrachter  Sitte  empfahlen ­
  die  Gesandten  der  auswärtigen  Fürsten  in  feierlicher  Audienz
jeder  seinen  Candidaten.  Der  päpstliche  Nuntius  sprach  nur  im
Allgemeinen,  vorzüglich  aus  dem  Gesichtspuncte  der  Fürsorge
für  die  katholische  Religion  al ).  Der  schwedische  und  der  kaiserliche ­
  Gesandte  empfahlen  Neuburg,  aber  besonders  ersterer
mit  ziemlich  kargen  und  kalten  Worten,  auch  mit  Hjnzufügung
der  Clausei,  sie  wollten  durch  diese  Empfehlung  nicht  im  Mindesten ­
  die  freie  Wahl  beeinträchtigen.  Vom  Könige  von  England
wurde  ein  Schreiben  zu  Gunsten  des  Pfalzgrafen  vorgelesen  8a ).
Der  französische  Gesandte  aber  liess  sich  an  dem  zu  seiner
Audienz  angeselzten  Tage  durch  Krankheit  entschuldigen,  und
lehnte  später  die  Audienz  mit  Schroffheit  ab:  der  Grund  lag
wahrscheinlich  in  seinem  Verdrösse  über  den  Verlauf  der  Sache 83 ).
Der  brandenburgische  Gesandte  dagegen  redete  zur  Empfehlung
            
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