Skip to main content Jump to sidebar

Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 6. Band, (Jahrgang 1851)

374

von  2,400,000  Livres  frei  sprechen,  wenn  Nenburgi  König  würde  ;
Sobieski  ward  die  Würde  eines  Herzogs,  Pairs  und  Marschalls
von  Frankreich  und  der  heilige-Geist-Orden  versprochen,  wenn  er
demselben  dazu  verhelfe  5J )  ;  der  König  erhol  sich,  die  Capitulation
  der  Republik  mit  ihm  zu  garantiren,  erklärte  sich  gegen
andere  Bewerbungen  ,  und  sprach  zu  Blumenthal  sein  Missfallen
über  Conde’s  Hartnäckigkeit  aus,  und  wie  es  ibm  nicht  unlieb  sei,
dass  Brandenburg  und  Neuburg  gegen  diesen  und  irgend  welchen
französischen  Prinzen  sich  verbunden  hätten;  eine  Zeitlang  wurde
für,  Conde  kein  Geld  mehr  nach  Polen  geschickt,  und  auf  des  Königs ­
  Verlangen  versicherte  derselbe,  obgleich  sehr  erzürnt,  er
werde  sich  nicht  mehr  bewerben,  Beziers  möge  es  nur  in  Polen
verbreiten,  dass  er  nicht  nach  der  Krone  strebe,  und  seine  Freunde
bitte,  Neuburg  ihre  Gunst  zuzuwenden  60 ).  Allein  gleichzeitig  geschah ­
  von  französischer  Seite  Manches  in  sehr  abweichender  Richtung,
  was  an  der  Aufrichtigkeit  ernsten  Zweifel  erregen  musste.
Es  wurden  grosse  Summen  nach  Polen  geschickt,  die  nicht  für
Nenhurg  sein  konnten;  die  Bitte,  für  diesen  einen  Vorschuss  zu
leisten,  wurde  abgelehnt;  und  obgleich  man  ihm  die  Wahl  eines
andern  französischen  Gesandten  in  Polen  überlassen,  und  er  einen
solchen  vorgeschlagen  hatte,  schickte  man  dennoch  Beziers  wieder
dahin,  dessen  eifrige  Bestrebungen  für  Conde  so  stark  hervorgetreten ­
  waren;  der  französische  Gesandte  in  Berlin  fragte  den  dortigen ­
  Minister,  oh  der  Kurfürst,  wenn  man  für  Neuburg  nicht
durchdringen  könnte,  und  die  Polen  sich  Conde  zuneigten,  nicht
gestatten  würde,  dass  Frankreich  wieder  den  Letztem  zum  Throne
beförderte,  für  welchen  Fall  dem  Minister  50,000  Thaler  versprochen ­
  wurden;  Neuburg  suchte  man  zu  bereden,  derKurfürst  trachte
seihst  nach  der  Krone,  um  die  beiden  Fürsten  zu  entzweien;  man
strebte  zu  bewirken,  dass  die  Lothringische  Partei  etw r as  stärker
würde  als  die  Neuhnrgische,  um  dann  Conde  entgegenzustellen  l>1 ).
Der  Gesandte  Beziers  verfuhr  mit  grosser  Schlauheit;  besonders
gewann  er  auch  eine  Anzahl  Frauen,  namentlich  die  Sobieski’s,
des  Schatzmeisters,  des  litthauischen  Kanzlers  Pac,  und  die  Maitresse ­
  des  Erzbischofs,  alle  Französinnen,  die  mit  dem  höchsten
Eifer  für  Conde  arbeiteten.  Für  Neuburg  waren  zwar  viele  Senatoren, ­
  aber  keiner  handelte  eifrig;  er  hat  in  einem  sehr  artigen
Schreiben  den  Bischof  von  Culm  und  Vicc-lvanzler  von  Polen,
            
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.