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Der entscheidende Reichstag wurde au Anfang’ Septembers eröffnet.
Eine ungeheuere Menschenmenge war zusammengeilossen;
die ängstlichste Spannung herrschte, bis der König durch den Vice-Kanzler
seinen Entschluss kund thun liess. Nun entstand die heftigste
Aufregung, Viele sprachen mit Bitterkeit gegen ihn ; man
machte ihm die stärksten Gegenvorstellungen, besonders auch darüber,
dass er den Staat ohne einen Nachfolger lasse. Endlich nach
acht Tage langen stürmischen Verhandlungen einigten sich die
Stände dahin, ihm die Bitte vorzutragen, er möge die Krone behalten
so lange er lebe. Er aber erklärte schon am folgenden Tage
seinen unabänderlichen Entschluss, die Krone niederzulegen. Und
als er nun sah, dass man ihm feindseliger entgegentrat, und diejenigen,
welche früher seiner Abdankung am meisten widersprochen
hatten, jetzt am stärksten dazu drängten, beeilte er dieselbe
so sehr, dass er sogar auf den Anfangs aufgestellten Bedingungen
nicht bestand, und betrieb die Beschleunigung der Thronentsagung
ebenso ängstlich, wie Andere nach der Erlangung einer Krone
streben.
So wurde am sechzehnten September 1668 der Act feierlich
vollzogen in dem Saale des Reichsrathes. Der König zeigte ungeachtet
grosser Bewegung festen Sinn und Standhaftigkeit; die
Umstehenden zerflossen bei seiner Abschiedsrede in Thränen, Alle
waren tief ergriffen; von Seiten der Stände traten mehrere mit
Reden voll Aeusserungen der Verehrung und Liebe auf, zum Pomphaften
gesteigert, während zugleich heftiger Tadel gegen ihn laut
wurde. Am folgenden Tage wurde die Abdankungsurkunde und die
Antwortschrift der Stände vollzogen. Der Primas desReiches übernahm
die Regierung, und der Reichsrath beschloss, nach sieben
Wochen solle die Versammlung der Stände erfolgen, als Vorbereitung
zu der Wahl des neuen Königs 4 'j.
So war denn nun der alte erlauchte Thron des Königreiches
Polen erledigt, und es klar und feierlich ausgesprochen, dass die
Nation sieffein neues Oberhaupt wählen solle. Die Bewerbung der
Thron-Candidatcn, welche bis dahin mehr im Verborgenen gehalten
war, trat jetzt ganz offen hervor, und mit verdoppelter Stärke:
was jeden empfahl oder herabsetzte, wurde mit schrankenloser
Freimüthigkeit ausgebreitet. Die Forderungen, welche man an den
neuen König stellte, gingen in’s Ideale: es war das Alles recht
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