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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 6. Band, (Jahrgang 1851)

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stellt  würde,  lind  mit  den  Waffen  gegen  etwaigen  Angriff,  wenn  er
von  der  Mehrheit  gewählt  sei;  er  aber  werde  als  König  für  die
Erhaltung  der  alten  Verfassung  und  Rechte  der  Republik  und  für
Herstellung  der  Ruhe  eifrig  Sorge  tragen,  den  Frieden  von  Oliva
halten,  und  die  Evangelischen  nach  den  Gesetzen  des  Reiches
schützen  (6.  Mai  1068).  So  wie  schon  früher  das  Gerücht  von
dem  Vertrage  des  Kurfürsten  mit  dem  Pfalzgrafen,  so  erregte  dieser ­
  neue  in  Polen  vielfach  den  grössten  Unwillen:  es  sei,  sagte
man,  als  hielten  die  Nachbarn  und  Ausländer  den  Staat  für  einen
Unmündigen,  der  eines  Vormundes  bedürfe.  Zur  Rechtfertigung
führte  der  Kurfürst  besonders  den  Grund  an,  der  Vertrag  bezwecke
nur  zu  verhindern,  dass  den  Polen  mit  Gewalt  ein  König  aufgedrungen ­
  werde;  und  um  allem  Wühlen  im  Dunkeln  zu  begegnen,
liess  er  denselben  veröffentlichen,  und  schrieb  darüber  an  den
König.  Manche  waren  auch  dafür:  namentlich  erklärte  der  Kanzler ­
  Lescinski,  da  diess  Bündniss  nur  die  Erhaltung  der  Freiheit  des
Staates  zum  Zwecke  habe,  so  gebühre  denTheilnehmern  desselben
vielmehr  Dank  als  Beschwerde  3S ).  So  schienen  die  Abdankung
Johann  Casimir’s  und  die  Nachfolge  des  Pfalzgrafen  von  Neuburg
festzustehen,  und  durch  Verträge  zwischen  ihnen  beiden,  Frankreich, ­
  Brandenburg  und  Schweden  hinlänglich  gesichert  zu  sein.
Der  französische  Gesandte,  Bischof  von  Beziers,  betrieb  nun  auch
die  schleunige  Abdankung,  schadete  aber  wohl  vielmehr  der  Sache
durch  Unvorsichtigkeit  und  Uebermuth 3J ).
So  berief  denn  Johann  Casimir  bald  nach  Abschluss  des  zuletzt
erwähnten  Vertrages  (Juni  1668)  den  Reichsrath,  erklärte  ihm  sein
Vorhaben,  und  bat  ihn,  dem  nicht  entgegen  zu  sein,  da  er  sonst  sein
ewiges  Seelenheil  einbüssen  würde.  Die  Reichsräthe  machten  die  stärksten ­
  Gegenvorstellungen,  und  vorzüglich  der  Primas  des  Reiches:
die  Abdankung  streite  gegen  die  Gesetze  und  gegen  die  Wohlfahrt
des  Landes,  und  bringe  dem  Könige  persönlich  Unheil;  er  möge  doch
den  von  so  vielem  Unglück  heimgesuchten  Staat  nicht  mit  dem  äusserstenUebel
  strafen,  das  Volk,  welches  so  oft  sein  Blut  für  ihn  hingegeben, ­
  nicht  von  sich  stossen  ;  er  möge  nicht  statt  eines  erlauchten ­
  Königs  und  Sprossen  so  vieler  Könige  und  Kaiser  ein  Flüchtling ­
  und  Irrender  heissen  wollen,  nicht  so  viele  christliche  Völker
den  Barbaren  preisgeben;  er  habe  vortreffliche  Feldherren,  ausgezeichnete ­
  Minister,  denen  er  die  Geschäfte  des  Staates  überlassen  und
Sil/.b.  d.  phil.  hist.  CI.  VI.  Bd.  IV.  Heft.

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