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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 6. Band, (Jahrgang 1851)

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anklagte  > 5 ).  Die  Abdankungkam  nun  zwar  damals  noch  nicht  vor,
gewiss  wegen  dieses  entschieden  hervortretenden  Widerwillens  der
Nation  ;  allein  der  König  fuhr  fort,  die  Ausführung  seines  Planes
angelegentlichst  zu  betreiben.  Und  schon  nach  wenigen  Wochen
(März  1668)  würde  ein  Vertrag  zwischen  ihm  und  deji
Gesandten  von  Frankl*eich  und  Neuburg  abgeschlossen,
folgenden  Inhalts:  er  werde  im  Juli  oder  August  des  laufenden
Jahres  abdanken,  und  Neuburg  selbst  zum  Nachfolger  empfehlen;
der  König  von  Frankreich  werde  ihm  eine  jährliche  Pension  von
150,000  Livres  aus  geistlichen  Gütern  geben,  auch  wenn  Neuburg
die  Krone  nicht  erlangen  sollte;  erbehalte  sich  zwei  Herrschaften
vor,  oder  statt  deren  50,000  Thaler  jährlich,  die  Neuburg  als
Nachfolger  zahlen  solle,  oder,  wenn  dieser  nicht,  König  Ludwig
(ausser  jener  Pension);  er  bekomme  ferner  100,000  polnische
Gulden  von  Neuburg  nach  dessen  Thronbesteigung,  wogegen  diesem ­
  als  Erben  alle  Güter  desselben  zufallen  würden,  und  behalte
endlich  Titel  und  Ehren  eines  Königs  s<l ).  Wie  nun  sein  Entschluss
feststand,  theilte  er  ihn  den  Fürsten  Europa’s  mit:  alle  riethen
ihm  entschieden  ab,  besonders  der  Papst  Clemens  IX.  und  der  Kaiser, ­
  von  dessen  Seite  eifrig  der  Abdankung  entgegen  gewirkt
wurde.
Allein  er  war  unerschütterlich:  er  erklärte  sich  gegen  jede
neue  Heirath;  obgleich  er  sogefällig  war,  die  Portraits  einiger  der
empfohlenen  Prinzessinnen  sogar  in  seinen  Gemächern  aufstellen
zu  lassen,  verwarf  er  doch  eine  Vermählung  nicht  nur  im  vertrauten ­
  Gespräche,  sondern  officiell  seinen  Ministern  gegenüber,  verschenkte ­
  zu  eigenem  Nachtheile  die  zum  Unterhalt  einer  Königinn
bestimmten  Güter,  und  führte  in  einer  Schrift  zwanzig  Gründe  aus,
um  zu  zeigen,  dass  eine  neue  Heirath  weder  für  ihn,  noch  für  den
Staat  erspriesslich  sein  werde  37 ).  Er  schloss  sich  besonders  eng
an  den  Kurfürsten  von  Brandenburg  an.  Unter  solchen  Umständen
und  auf  die  Nachricht  von  der  Stärke  der  pfalzgräflichen  Partei
machte  dieser  einen  zweiten  Vertrag  mit  Schweden  (obgleich ­
  letzteres  nicht  recht  aufrichtig  gesinnt  schien),  an  welchem
auch  Neuburg  Theil  nahm:  derselbe  setzte  fest,  Schweden  und
Brandenburg  wollten  einzig  für  Neuburg  wirken,  durch  Gesandte
in  Polen  und  bei  andern  Fürsten,  wenn  noch  bei  Lebzeiten  des
Königs  mit  dessen  und  der  Republik  Zustimmung  die  Wahl  ange-
            
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