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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 6. Band, (Jahrgang 1851)

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Weigerung  war  es  um  so  wichtiger,  dass  um  dieselbeZeit  Frankreich ­
  plötzlich  eine  andere  Stellung  annahm.  Das  lag  in  den
grossen  politischen  Entwürfen  Ludwig’s  XIV.,  die  sich  damals
entwickelten.  Bei  seinem  gewaltthätigen  Angriffe  auf  die  spanischen ­
  Niederlande  im  Jahre  1667  bedurfte  er  der  Freundschaft
Brandenburgs  und  Pfalz-Neuburgs,  oder  musste  er  auf  dieser
Seite  wenigstens  freie  Hand  haben  :  daher  zeigte  er  sich  unerwartet ­
  geneigt,  Conde  aufzugeben,  und  des  Pfalzgrafen  Interesse
zu  befördern,  und  erbot  sich  zu  einem  Vertrage.  Zu  dem  Zwecke
schickte  der  Kurfürst  Gesandte  zu  ihm  (Nov.  1667),  um  als
Vertrag  vorzuschlagen,  der  König  solle  dahin  wirken,  dass  Johann
Casimir  abdanke  und  Neuburg  gesetzlich  gewählt  werde,  wogegen ­
  der  Kurfürst  in  den  niederländischen  Krieg  sich  nicht  einmischen,
  wohl  aber  sich  bemühen  wolle,  dass  derselbe  vor  dem
nächsten  Feldzuge  in  Güte  und  zur  Befriedigung  Frankreichs
beendet  werde  ;  der  bisherige  französische  Gesandte  in  Polen  möge
abberufen  werden  ,  da  er  zu  entschieden  für  Condü  gewirkt  habe,
als  dass  man  ihm  trauen  könne,  wenn  er  auch  ganz  verschiedene ­
  Befehle  erhielte.  Der  Gesandte  erfuhr  auf  der  Reise,  dass
Frankreich,  natürlich  um  sich  selbst,  nicht  dem  Kurfürsten,  das
Verdienst  zuzuwenden,  Neuburg  schon  Alles  zugesagt  habe,  unter ­
  der  Bedingung,  dass  er  und  Brandenburg  dasselbe  im  niederländischen ­
  Kriege  frei  wollten  gewähren  lassen.  Auch  machte
ihnen  König  Ludwig  und  sein  Minister  Lionne  die  besten  Versprechungen, ­
  so  wie  sie  höchst  ehrenvoll  behandelt  wurden,
und  man  strebte  in  aller  Weise  Brandenburg  zu  gewinnen;  nur
hiess  es,  man  könne  eine  bestimmte  Zeit  für  die  Abdankung
Johann  Casimir’s  nicht  festsetzen,  da  dieser  nur  zu  Conde’s
Gunsten  zu  resigniren  versprochen,  und  es  grosse  Mühe  gekostet ­
  habe,  ihn  für  Neuburg  zu  gewinnen;  der  König  wolle  aber
Alles  thun,  was  in  seinen  Kräften  stehe,  besonders  wenn  der
Friede  geschlossen  sei,  da  man  jetzt  noch  zu  sehr  in  Anspruch
genommen  werde.  Und  ob  überhaupt  diese  Theilnahme  Frankreichs ­
  für  des  Pfalzgrafen  Sache  und  das  Aufgeben  Conde’s
aufrichtig  gemeint  war,  oder  nur  zum  Scheine,  um  jenen  und
Brandenburg  für  das  Interesse  des  niederländischen  Krieges  zu
gewinnen,  wird  später  erhellen  32 ).  Allerdings  aber  erklärte  der
französische  Gesandte  in  Polen,  König  Ludwig  habe  der  Ruhe
            
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