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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 6. Band, (Jahrgang 1851)

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Versprechung  grosser  Vortheile,  wieder  den  Antrag,  seinen  Plan
au  unterstützen,  was  er  aber  entschieden  ablehnte;  es  drängte
den  König  zur  Abdankung  mit  aller  Gewalt,  selbst  mit  Hülfe  von
Priestern,  die  ihm  sein  Seelenheil  als  gefährdet  darstellten.  So
war  der  arme  alte  Mann,  der  in  sich  gar  keinen  Halt  fand,  von
allen  Seiten  gequält:  er  half  sich  mit  ausweichenden  Antworten.
Im  Lande  aber  entstand  grosse  Aufregung,  als  der  aus  Frankreich
zurückkehrende  Gesandte“ 0 )  aussprengte,  Johann  Casimir  und
Ludwig  XIV.  seien  längst  gänzlich  einverstanden,  Schweden  dem
Plane  zugethan,  die  Sache  völlig  gesichert,  und  Conde  werde
nächstens  mit  10,000  Mann  nach  Danzig  kommen,  um  sic  nöthigen
Falls  mit  Gewalt  durchzuführen.  Und  freilich  brachte  es  die  französische ­
  Hofpartei  sogar  dahin,  dass  Johann  Casimir  dem  Gesandten ­
  des  Kurfürsten  die  Audienz  versagte,  was  einen  förmlichen
Bruch  drohte,  und  nur  durch  Vermittlung  ausgeglichen  wurde 31 ).
Iiuless  war  der  Kurfürst  auf  anderer  Seite  sehr  thätig,  und  erhielt
auf  die  Gestaltung  der  Dinge  bald  entschiedenen  Einfluss.
Schweden  hatte,  wie  oben  berichtet,  schon  vor  einiger
Zeit  gegen  Brandenburg  sich  geneigt  erklärt,  für  Neuburg  zu  wirken, ­
  ward  aber  durch  den  französischen  Gesandten  von  entschiedenem ­
  Vorgehen  zurückgehalten.  Bald  nach  dem  Tode  der  Königinu
aber  (22.  Juni  1667)  schloss  es  mit  dem  Kurfürsten,  auf  Betreiben ­
  seines  Gesandten,  einen  Vertrag,  worin  beide  der  Republik
Polen  ihre  volle  freie  Verfassung  und  die  freie  Wahl  eines  neuen
Königs  gewährleisteten,  auf  alles  eigene  Interesse  verzichteten,
und  festsetzten,  w T enn  sie  im  Falle  der  Thronerledigung  einen
Camlidaten  empfehlen  wollten,  so  würden  sie  das  gemeinschaftlich
thun,  so  wie  überhaupt  in  dieser  Sache  gemeinsam  handeln;  auch
den  Kaiser  und  Frankreich  wollten  sie  zur  Mitwirkung  zu  bewegen
suchen.  Bei  dem  Kaiser  erneuerte  auch  der  Kurfürst  bald  darauf
(30.  Oct.  1667)  seinen  frühem  Versuch:  er  stellte  vor,  wie
Frankreichs  Bestrebungen  in  Polen  immer  weiter  um  sich  griffen,
und  man  ihnen  mit  Kraft  begegnen  müsse;  ertheilte  die  mit  Schweden ­
  geschlossene  Verabredung  mit,  und  ersuchte  um  Beitritt  und
Unterstützung  Neuburg’s.  Allein  man  entgegnete,  Johann  Casimir
werde  sich  keineswegs  zur  Abdankung  bewegen  lassen,  Frankreich
habe  Conde  aufgegeben,  Neuburg  aber  seit  längerer  Zeit  keineswegs ­
  dem  Kaiser  freundliche  Ergebenheit  bewiesen.  Bei  dieser
            
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