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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 6. Band, (Jahrgang 1851)

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einen  Canilidaten  nicht  zu  erwähnen,  und  werde  sieh  mit  allen
Kräften  dagegen  stemmen,  wenn  ein  Anderer  es  versuche;  man
wünsche,  dass  der  Kurfürst  und  Schweden  denselben  Weg  gingen.
Ueber  diese  Antwort  sprach  sich  jener  nicht  ohne  Empfindlichkeit ­
  aus 23 ).
Während  dieser  Verhandlungen  suchte  aber  derselbe  ganz
vorzüglich  in  Polen  mit  allem  Eifer  Neuburg-s  Sache  zu  fördern.
Sein  Gesandter  brachte  die  Angelegenheit  auf  dem  Reichstage  vor',
und  dem  Könige  und  der  Königinn  wurde  fortwährend  zugeredet
(December  1666).  Allein  die  Stände,  welche  die  Wahl  eines
Nachfolgers  und  die  Abdankung  überhaupt  verwarfen,  zeigten  sich
wenig  geneigt,  und  der  Hof  war  entschieden  gegen  Neuburg:  ja
als  damals  ein  Einbruch  der  Tataren  und  ein  Krieg  der  Türken
drohete,  begehrte  die  Königinn  durch  einen  besonders  vertrauten
Abgesandten  24 )  von  Frankreich  Truppen  und  Geld,  und  bot  dafür ­
  Conde  für  sich  oder  seinen  Sohn  die  Krone  an:  der  Plan  war,
Conde  sollte  nach  Polen  kommen,  an  der  Spitze  der  französischen
llülfstruppen  die  Armee  durch  Geld  gewännen,  und  sich  auf  diese
Weise  den  Weg  zum  Throne  bahnen,  wo  dann  Johann  Casimir  abdanken ­
  wollte.  Die  Gesinnung  besserte  sich  auch  nicht,  als  der
Kurfürst  ,  auf  die  Bitten  um  Hülfe  gegen  die  Tataren,  trotz  der
ungünstigen  Bedingungen  und  ungeachtet  alte  Forderungen  ihm
von  Polen  noch  nicht  befriedigt  waren,  sich  doch  bereit  dazu  erklärte ­
  (Januar  1667);  denn  da  sein  Gesandter  den  Vertrag,  welchen ­
  er  damals  mit  Schweden  über  die  Unterstützung  des  Pfalzgrafen ­
  verhandelte,  der  Königinn  wie  insgeheim  mittheilte,  sprach
sie  sich  sehr  unzufrieden  darüber  aus  ,  hatte  gegen  Neuburg  sehr
Vieles  einzuwenden  ,  und  hob  hervor,  dass  Frankreich  versichert
habe,  es  werde  die  Beförderung  Enghien’s  nie  aufgeben;  der
König  sprach  zwar  weniger  ungünstig,  schob  aber  die  Sache  in’s
Ungewisse  hinaus  ;  und  zu  gleicher  Zeit  betrieb  man  aufs  Eifrigste
jenen  Plan,  Conde  angeblich  zur  Hülfe  herbeizurufen.  Da  so  der
Kurfürst  erkannte,  dass  er  mit  grosser  Vorsicht  auftreten  müsse,
und  glaubte,  sein  Gesandter  sei  hier  zu  weit  gegangen  ,  befahl  er
ihm,  seine  ganze  Mittheilung  als  nur  durch  ein  Gerücht  über  die
bevorstehende  Abdankung  veranlasst  darzustellen,  und  allen  Schein
zu  entfernen,  als  wolle  sein  Herr  diese  irgend  betreiben  und  aut
die  Wahl  einwirken.  Unter  diesen  Umständen  war  gewiss  von
            
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