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Bezog Polcus erhielt hiedurch eine entschiedene Richtung, und cs
traten jetzt zwei starke Bestrebungen einander entgegen, die der
königlichen Partei für Conde und die Friedrich Wilhelra’s für Neuburg.
Dieser begann auch sogleich seine Versuche, die mächtigsten
Höfe für seinen Clienten zu gewinnen. Er liess dem Könige von
Frankreich und den Ministern vorstellen (December 1666), das
einzige Mittel, die Unruhen in Polen beizulegen, sei, dass man
die Wahl eines Königs nach dem Willen der Nation befördere; die
des Herzogs von Enghien werde den grössten Widerstand finden,
seine Partei sei keineswegs stark; dagegen zur Beförderung Neuburg’s,
welche viele Vortheile darbietc, habe der König den Kurfürsten
schon vor zehn Jahren aufgefordert. Allein man erwiderte,
es sei überflüssig, die Wahl bei Lebzeiten Johann Casimir’s zu betreiben,
und das Gerücht von dessen Willen abzudanken sei falsch;
übrigens habe man Conde und Enghien das Wort gegeben, und
könne dies nicht zuriieknehmen; Jeder möge für sich wirken,
wolle aber der Kurfürst Conde’s Sache unterstützen, so werde
ihm das grosse Vortheile bringen. Da liess dieser hier die Sache
einstweilen beruhen. Dagegen in Schweden kam ihm die
Regierung selbst entgegen (April 1666), mit der Erklärung, die
Polen wollten keinen französischen König, sie selbst sei dem Herzoge
von Neuburg geneigt, und wünsche darüber die Ansicht des
Kurfürsten zu vernehmen. Dieser erwiderte, er sei einverstanden
und zu einer Uebereinkunft bereit. Allein der französische Gesandte
in Schweden wirkte entgegen; die Regierung wollte sich
Frankreichs Freundschaft erhalten, obgleich sie ebenfalls keinen
französischen König in Polen wünschte 22 ), und begehrte auch zuförderst
von Neuburg iu Bezug der Jülichschen Länder befriedigt
zu werden; daher zögerte sie mit einem entschiedenen Vorgehen.
Der Kurfürst liess nun auch beim kaiserlichen Hofe die Nothwendigkeit
der Beruhigung Polens vorstellen (December 1666),
die Absichten desselben in Bezug des Throncaudidaten erforschen,
und Neuburg empfehlen, für welchen mitzuwirken er von Seite
des Kaisers früher aufgefordert war; dabei war aber dem Gesandten
die grösste Vorsicht uud Stillschweigen über die bereits mit Neuburg
geschlossene Uebereinkunft anbefohlen. Jedoch in Wien wich
man aus, und gab unbestimmte Antwort (Januar 1667): man sei
entschlossen, bei Johann Casimir die Wahl überhaupt oder irgend