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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 6. Band, (Jahrgang 1851)

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Neuburg  noch  fort,  theils  glaubte  er  bei  de»  schwierigen  politischen ­
  Verhältnissen,  worin  er  sich  damals  befand,  in  Bezug  der
Wahl  die  Politik  der  Neutralität  befolgen  zu  müssen:  denn  er  lag
mit  den  Ständen  Preusens  in  heftigem  Streite;  in  Polen,  wo  man
ihm  früher  so  gewogen  war,  dass  Viele  ihn  zum  Nachfolger  wünschten ­
  und  die  Königinn  vorzüglich  auf  ihn  ihre  Hoffnungen  setzte,
hatte  sich  in  Folge  verschiedener  politischen  Verhältnisse  die  Gesinnung ­
  gegen  ihn  sehr  geändert,  namentlich  die  der  königlichen
Personen;  sein  Streben,  sich  zu  rechtfertigen,  und  die  Misshelligkeiten ­
  auszugleichen,  blieb  am  Hofe  und  auf  mehreren  Reichstagen
erfolglos  20 ):  daher  wollte  er  nicht  gegen  die  eine  oder  andere
Partei  in  Polen  sich  erklären,  noch  auch  mit  Oesterreich  oder
Frankreich  sich  verfeinden,  obgleich  er  weder  einen  österreichischen ­
  noch  einen  französischen  Prinzen  auf  dem  Throne  von  Polen ­
  zu  sehen  wünschte;  und  so  ging  sein  ganzes  Wirken  nur  dahin,
theils,  im  Einverständnisse  mit  dem  Kaiser,  die  Wahl  eines  Nachfolgers ­
  bei  Lebzeiten  des  Königs  zu  verhindern,  theils  für  sich
selbst  aus  diesen  Verhältnissen  möglichst  viel  Vortheil  zu  ziehen,
nämlich  seine  Souveränität  in  Preussen  festzustellen  und  die  bestehenden ­
  Verträge  mit  Polen  aufrecht  zu  halten,  was  ihm  auch  gelang. ­
  Aber  um  eben  die  Zeit,  als  die  Königinn  von  Polen  bei  der
Theilnahme  Lubomirski’s  mehr  Hoffnung  und  Vertrauen  hegen
konnte,  ihr  Ziel  zu  erreichen,  zeigte  der  Pfalzgraf  in  der  Erbangelegenheit ­
  grössere  Nachgiebigkeit  als  je;  sein  Streben,  dieKrone
von  Polen  zu  erlangen,  überwand  die  so  lange  Zeit  uniibersteigliclien
  Schwierigkeiten,  und  der  Kurfürst,  der  am  meisten  einem
französischen  Prinzen  entgegen  war,  bot  ihm  gerne  die  Hand.
So  schlossen  sie  einen  Vertrag,  worin  dieser  dem  Pfalzgrafen,
gegen  Abtretung  mehrerer  der  streitigen  Landschaften  und  gegen ­
  die  Zusage  des  Aufrechthaltens  der  Verträge  zwischen
Polen  und  Preussen,  versprach,  Alles  aufzubieten,  um  ihm  zur
Krone  von  Polen  zu  verhelfen,  wenn  durch  Tod  oder  Abdankung
des  Königs  der  Thron  erledigt  werden  würde;  es  wurde  dabei  bestimmt, ­
  dass  man  auch  den  Kaiser  und  die  Krone  Schweden  so  wie
Lubomirskihiefür  wolle  zu  gewinnen  suchen;  eine  Erbverbrüderung
schloss  bald  darauf  die  ganze  Verhandlung  und  Ausgleichung  ab 21 ),
uDd  seitdem  bestand  zwischen  den  beiden  Fürsten  ein  durchaus
freundschaftliches  Verhältniss.  Die  Politik  des  Kurfürsten  in
            
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