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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 6. Band, (Jahrgang 1851)

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Björnklau  ,  welcher  die  Hingebung  Schwedens  an  Frankreich  in
patriotischem  Sinne  mit  aller  Kraft  zii  hindern  strebte,  während
der  Reichskanzler  sie  beförderte  is).  Daher  war  der  schwedische
Reichsrath  durch  Parteiwesen  und  Intriguen  in  sich  zerrissen  und
haltungslos
Allein  dies  doppelte  Misslingen  bewog  die  Königinn  Louise
Marie  nicht,  von  ihrem  Plane  abzustchen.  Und  auf  ihrer  Seite
standen  eine  Anzahl  der  angesehensten  Grossen:  so  waren  es  besonders ­
  der  Erzbischof  von  Gnesen,  Primas  und  Kanzler  des  Reiches, ­
  Prazmowski,  und  der  Kanzler  von  Litthauen  Pac,  die
Enghien’s  Sache  eifrig  beförderten.  Und  in  dem  Contracte  über  die
Heirath  desselben  mit  der  Nichte  der  Könijnnn  war  ausdrücklich
gesagt,  Louise  Marie  Avolle  mit  aller  Macht  streben,  ihm  die  Thronfolge ­
  in  Polen  zu  verschaffen,  so  dass  sie  die  Sache  kaum  mehr
anfgeben  konnte.  Auch  hatte  der  König  von  Frankreich  mit  Conde
einen  förmlichen  Vertrag  geschlossen,  worin  er  versprach,  ihn
oder  seinen  Sohn  auf  den  polnischen  Thron  zu  befördern,  auch
800,000  Thaler  zu  geben,  wogegen  ihm  Conde’s  Schloss  Chantilly
und  eine  andere  gelegene  Herrschaft  überlassen  werden  sollte  ”_)•
Allein  in  Polen  selbst  wurde  die  Gesinnung  täglich  feindseliger;
die  grosse  Mehrheit  des  Adels  war  dem  Plane  auf’s  entschiedenste
abgeneigt;  das  fand  Unterstützung  von  Seite  des  kaiserlichen  Hofes,
der  durchaus  keinen  französischen  Prinzen  wollte,  so  wie  vom
Kurfürsten  von  Brandenburg,  der  dariu  sich  diesem  anschloss,  obgleich ­
  er  ebenso  einem  Könige  abgeneigt  war,  der  dem  Kaiser  völlig ­
  ergeben  wäre.  An  der  Spitze  dieser  Gegenpartei  stand  fortwährend ­
  Lubomirski:  er  widerstand  den  Lockungen  der  Königinn ­
  mit  Festigkeit,  weSshalb  man  sogar  den  Plan  fasste,  ihn
zu  ermorden;  und  die  Franzosen  selbst  schadeten  durch  unverständigen ­
  Eifer,  indem  sie  zu  früh  von  grossen  Geldsendungen  aus
Frankreich  sprachen,  auch  mit  gewaltsamer  Durchführung  der
Wahl  drohten.  Es  kam  dahin,  dass  das  polnische  Heer  und  das
litthauische  sich'  conföderirten  und  dem  Könige  den  Gehorsam
versagten.  Man  trug  dem  Kurfürsten  die  Krone  äh,  wie  Lubomirski ­
  ihn  schon  früher  zur  Bewerbung  aufgefordert  hatte,  unter
der  Bedingung  dass  er  katholisch  werde;  er  lehnte  aber  den  Antrag ­
  ab,  mit  der  elirenwerthen  Erklärung,  er  begehre  die  Krone  von
Polen  nicht,  am  wenigsten  um  diesen  Preis,  und  ging  auch  auf  den
            
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