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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 6. Band, (Jahrgang 1851)

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dann  gegen  die  Russen  und  Kosaeken  Vortheile  erkämpft  wurden,
so  sollte  doch  bald  auch  noch  der  Krieg  mit  Russland  tiefe  Wunden ­
  schlagen.  Aber  das  Unheil,  welches  die  Kriege  mit  dem  Verluste ­
  der  schönsten  Besitzungen  über  das  Land  brachten,  wurde
in  hohem  Maasse  noch  gesteigert  durch  die  innere  Zerrissenheit  und
Auflösung,  die  unter  dieser  Regierung  immer  weiter  um  sich  griff.
Die  Macht  des  Königs,  durch  neue  facta  conventa  eingeschränkt,
wurde  immer  bedeutungsloser;  auf  dem  Reichstage  von  1652  war
cs  zum  ersten  Male,  dass  einer  der  Landbolen  mit  seiner  einzigen
Gegenstimme  die  ganze  Berathung  sprengte,  und  dies  schlimme
Beispiel  gab  nur  zu  bald  dem  unseligen  liberum  veto  und  (len  zerstörenden ­
  Conföderationen  ihre  Entstehung.  Polnische  Grosse
begünstigten  die  Kosaeken  in  ihren  feindseligen  Angriffen,  und  der
Vice-Kanzler  Radziejowski  stand  mit  ihnen  in  geheimer  verrätherischer
  Verbindung;  derselbe  war  es,  der  durch  seine  Aufforderungen
zu  dem  Angriffe  Karl  Gustav’s  gegen  Polen  vorzüglich  mit  wirkte;
und  in  diesem  Kriege  trat  ein  grosser  Theil  des  Adels  auf  die
Seite  des  Schwedenkönigs;  die  polnischen  Soldaten  streckten
schaarenweise  die  Waffen,  ja  manche  gingen  in  schwedische  Dienste
über 5 ).  Diese  innere  Zerrissenheit  erhielt  aber  die  stärkste  Nahrung ­
  und  die  verderblichste  Kraft,  seitdem  Johann  Casimir  und
seine  Gemahlin  anfingen,  ihren  Plan  zu  betreiben,  dass  schon  bei
des  Königs  Lebzeiten  ein  Nachfolger  sollte  gewählt  werden:  und
hiermit  betreten  wir  das  eigentliche  Feld  unserer  Darstellung.
Johann  Casimir  hatte  ein  unruhiges,  wechselvolles  Leben  geführt ­
  :  in  der  Jugend  nahm  er  am  Kriege  gegen  Russland  Theil,
brachte  dann  zehn  Jahre  auf  Reisen  in  verschiedenen  Ländern
Europa’s  zu,  mit  weitläufigen  Plänen,  in  Folge  deren  er  in  französische ­
  Gefangenschaft  gerieth;  dann  wurde  er  Jesuit,  und  erlangte
den  Cardinaishut;  er  war  seinem  Vaterlande  entfremdet,  und  wurde
dort  als  Fremder  angesehen;  nach  dem  Tode  seines  Bruders  VVIadislav
  IV.  aber  verliess  er  den  geistlichen  Stand  wieder,  um  die
Krone  Polens  zu  erwerben;  und  als  ihm  dies  gelungen,  vermählte
er  sich  durch  päpstliche  Dispensation  mit  dessen  Wittwe,  seiner
Schwägerin 6 ).  Die  Unstätigkeit  seines  Wesens,  welche  darin  hervortritt, ­
  erscheint  überall  in  seinem  Leben  und  Charakter.  Er  war
nicht  ohne  Fähigkeiten,  er  besass  Kcnntniss  vom  Kriegs-  und  Staatswesen, ­
  redete  mehrere  Sprachen  und  liebte  namentlich  die  Eleganz

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