Friedrich Wilhelm von Brandenburg. Das Werk hat einen zu hohen
und weitverbreiteten Ruf, als dass es hier einer allgemeinen Charakteristik
bedürfte, lieber unsern Gegenstand enthält es ausführliche
und detaillirte Berichte, da der Kurfürst bei seinem Verhältnisse
zu Polen in dieser Angelegenheit mehrere Jahre hindurch
sehr thätig mitgewirkt hat; insbesondere alle Verhandlungen,
welche die darauf bezüglichen, durch ihn oder seine Vermittelung
geschlossenen Verträge betreffen, sind genau und sehr
umständlich berichtet. Dagegen behandelt er auch natürlich die
Sache ganz von dem Staodpuncte der Biographie dieses Fürsten
aus, und berührt viele andere wichtige Puncte nur kurz oder gar
nicht: dazu gehört besonders dasjenige, was unabhängig von der
Wirksamkeit desselben im Innern und Geheimen in diesen Anffelegenheiten
vorgegangen ist. Ueberdiess ist die Anordnung der
Thatsachen so, dass die Verhandlungen Friedrich Wilhelm’s mit
den einzelnen Mächten von ihrem Beginne ganz bis zum Abschlüsse
der Verträge durchgeführt berichtet werden, wodurch der gerade
hier so wichtige chronologische Zusammenhang der Ereignisse
zerrissen wird, und ihr wechselseitig bedingter Einfluss auf die
Entwickelung der Sache nicht gehörig hervortritt: für eine klare
und pragmatische Darstellung ist daher eine sehr verschiedene
Anordnung zu wählen. Es ist aber bei diesem Werke noch ein
anderer Punct zu beachten, der uns zu einer neuen Quelle hinleitet.
Dies ist eine bisher gänzlich unbekannte Schrift, ein Tagebuch,
geschrieben zu Paris in deutscher Sprache, vom 1. September
1668 bis zum 16. December 1669 reichend. Der Verfasser
desselben ist nirgend ausdrücklich genannt, noch auch mit einfachen
Worten bezeichnet. Allein er lässt sich doch bestimmt und
klar erkennen: man sieht bald, dass er einen ausgezeichneten Rang
eingenommen, und zwar eine bedeutende diplomatische Stelle am
französischen Ilofe bekleidet hat; man erkennt, dass er die Interessen
Schwedens dort vertritt, und genaueres Erforschen zeigt,
dass er wirklich schwedischer Gesandter in Paris war; es lässt
sich aber auch beweisen, dass es Esaias Pufendorf ist, der
ältere Bruder des Geschichtschreibers und Publicislen Samuel
Pufendorf. Dieser Mann erscheint als sehr angesehen und
bedeutend. Er ist von der schwedischen Regierung mit verschiedenen
wichtigen diplomatischen Missionen beauftragt worden , in