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deru durchzogen die Lande der Gegner verwüstend mit Fetter und
Schwert oder lebten aufgelöst in zahllose Horden von Raub und
Plünderung. Alle Bande des Gesetzes schienen gelöst, alle Achtung
für Religion und Tugend verschwunden. Der Kaiser war nicht im
Stande, dem erstell die nöthigeGewähr zu verschaffen, weil er fürchten
musste, sich dadurch seine Anhänger zu entfremden, die Geistlichkeit
in zwei Parteien gespalten iiberliess sich, je nachdem sie es mit
dem Kaiser oder dem Papste hielt, nicht selten .allen Lockungen eines
weltlich freien sittenlosen Wandels, oder steigerte andererseits
wieder ihre Anforderungen bis zur abstossenden Härte. Die Verwirrung
der Begriffe von Recht und Unrecht, Gutem und Bösem
nahm in hohem Grade zu, und die Schwierigkeit, aus diesem Gemenge
widersprechender Ansichten und parteilicher Verdrehung
das Wahre herauszufinden, führte zu völliger Gleichgiltigkeit und
endlich zu allgemeiner Abspannung. Dass unter solchen Verhältnissen
die Segnungen des Friedens, Sittlichkeit und edlere Bildung,
Wissenschaft und Kunst nicht gedeihen konnten, sondern auf lange
Zeit zu Grabe gingen, war eine natürliche Folge.
Mitten in diesem Sturme, der Deutschland bis auf sein Innerstes
durchwühlte, standen jedoch in Oesterreich zwei Männer erhaben
vor allen. Ls sind dies der Bischof Altmann von Passau und Erzbischof
Gebhard von Salzburg. Dieser wirkte in Steiermark und
Kärnten, jener in unsern Landen. Beide gingen ungebeugt durch
die Leiden und Verfolgungen, die sie erdulden mussten, standhaft
ihren Weg und suchten den Glauben an ein höheres Walten der
Vorsehung, die Achtung für obgenannte Tugenden wieder zu beleben
und zu festigen. Eine grosse Anzahl von Stiften und Klöstern
ward von ihnen theils neu gegründet theils umgestaltet oder, besonders
in der Folge, mit Priestern aus einem strengeren Orden
besetzt. Junge durch Kenntnisse und sittlichen Wandel hervorragende
Männer wurden an die Spitze gestellt, andere gleichgesinnte
ans der Fremde herbeigezogen, damit sie durch Lehre
und Beispiel anregend auf ihre Umgebung und die auswärtigen
Arbeiter im Weinberge des Herrn das Volk zur Religion und
christlichen Tugend hinleiten möchten. Die Ruhe kehrte zuerst
wenigstens zum Theile in unsere Gegenden wieder ein, die beiden
Fürstengeschleehler der Rabenberger und Oltokare gleich ausgezeiehuet
im Krieg wie im Frieden durch Tapferkeit und Gol-