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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 6. Band, (Jahrgang 1851)

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deru  durchzogen  die  Lande  der  Gegner  verwüstend  mit  Fetter  und
Schwert  oder  lebten  aufgelöst  in  zahllose  Horden  von  Raub  und
Plünderung.  Alle  Bande  des  Gesetzes  schienen  gelöst,  alle  Achtung
für  Religion  und  Tugend  verschwunden.  Der  Kaiser  war  nicht  im
Stande,  dem  erstell  die  nöthigeGewähr  zu  verschaffen,  weil  er  fürchten ­
  musste,  sich  dadurch  seine  Anhänger  zu  entfremden,  die  Geistlichkeit ­
  in  zwei  Parteien  gespalten  iiberliess  sich,  je  nachdem  sie  es  mit
dem  Kaiser  oder  dem  Papste  hielt,  nicht  selten  .allen  Lockungen  eines
weltlich  freien  sittenlosen  Wandels,  oder  steigerte  andererseits
wieder  ihre  Anforderungen  bis  zur  abstossenden  Härte.  Die  Verwirrung ­
  der  Begriffe  von  Recht  und  Unrecht,  Gutem  und  Bösem
nahm  in  hohem  Grade  zu,  und  die  Schwierigkeit,  aus  diesem  Gemenge ­
  widersprechender  Ansichten  und  parteilicher  Verdrehung
das  Wahre  herauszufinden,  führte  zu  völliger  Gleichgiltigkeit  und
endlich  zu  allgemeiner  Abspannung.  Dass  unter  solchen  Verhältnissen ­
  die  Segnungen  des  Friedens,  Sittlichkeit  und  edlere  Bildung,
Wissenschaft  und  Kunst  nicht  gedeihen  konnten,  sondern  auf  lange
Zeit  zu  Grabe  gingen,  war  eine  natürliche  Folge.
Mitten  in  diesem  Sturme,  der  Deutschland  bis  auf  sein  Innerstes
durchwühlte,  standen  jedoch  in  Oesterreich  zwei  Männer  erhaben
vor  allen.  Ls  sind  dies  der  Bischof  Altmann  von  Passau  und  Erzbischof ­
  Gebhard  von  Salzburg.  Dieser  wirkte  in  Steiermark  und
Kärnten,  jener  in  unsern  Landen.  Beide  gingen  ungebeugt  durch
die  Leiden  und  Verfolgungen,  die  sie  erdulden  mussten,  standhaft
ihren  Weg  und  suchten  den  Glauben  an  ein  höheres  Walten  der
Vorsehung,  die  Achtung  für  obgenannte  Tugenden  wieder  zu  beleben ­
  und  zu  festigen.  Eine  grosse  Anzahl  von  Stiften  und  Klöstern
ward  von  ihnen  theils  neu  gegründet  theils  umgestaltet  oder,  besonders ­
  in  der  Folge,  mit  Priestern  aus  einem  strengeren  Orden
besetzt.  Junge  durch  Kenntnisse  und  sittlichen  Wandel  hervorragende ­
  Männer  wurden  an  die  Spitze  gestellt,  andere  gleichgesinnte ­
  ans  der  Fremde  herbeigezogen,  damit  sie  durch  Lehre
und  Beispiel  anregend  auf  ihre  Umgebung  und  die  auswärtigen
Arbeiter  im  Weinberge  des  Herrn  das  Volk  zur  Religion  und
christlichen  Tugend  hinleiten  möchten.  Die  Ruhe  kehrte  zuerst
wenigstens  zum  Theile  in  unsere  Gegenden  wieder  ein,  die  beiden
Fürstengeschleehler  der  Rabenberger  und  Oltokare  gleich  ausgezeiehuet
  im  Krieg  wie  im  Frieden  durch  Tapferkeit  und  Gol-
            
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