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Den Vorauer Text aber gar erst nach 1180 zu setzen wie es
Weissmann thut ’J, wo Vers und Reim im Vergleich mit der
frühem Zeit schon einen ziemlich hohen Grad von Ausbildung
erreicht hatten, ist ohne die genaueste Angabe der Belege um
so weniger zulässlich, als erstens schon das Alter der Hs., worüber
ich nicht ohne Grund so ausführlich handelte, entgegenstehl,
und andererseits auch die Dichtungen Ezzo’s in der Schöpfung
und den vier Evangelien a ), dann die darauffolgenden bis in die
Mitte des 12. Jahrh. zur Vergleichung vorliegcn. Ueberhaupt
werden durch die Auffindung der Vorauer Hs. gar manche
vorher bekannte Denkmäler in eine viel frühere Zeit hinaufgerückt
werden müssen, wie ich dies namentlich bei denen Hein-Alexanderlied
von Dr. Weissmann. Bd. 1, S, XXI.
2 ) Schon in der Einleitung zu den deutschen Gedichten des 11. u. 12. Jb. S.
XLVilF. XLIX. habe ich gezeigt, dass die zwei auf den Bamberger Scholasticus
und, wie ich ein anderesmal nachweisen werde, nachherigen Prälaten von
Melk, Ezzo, bezüglichen Stellen im Leben Altmann’s (II. Pez. sCrlptores rer.
aust. 1 , 117, 3 und am Anfänge der vier Evangelien S. 128, l — 10) unter
•sich in keiner Verbindung stehen, sondern dass sich eine jede auf eine be-'
sondere Thatsache bezieht; die erstere auf ein Gedicht von den Wundern des
Heilandes , welches Ezzo auf seiner Wanderfahrt nach Jerusalem im Jahre
1005 verfasste, das ich mit den vier Evangelien für eins und dasselbe
halte, nur dass es von Hartmann vielleicht etwas erneuert wurde (siehe Eini.
8. XXXIV.), die zweite aber, oder der wahrscheinlich von Hartmann vorangestellte
Eingang, auf.ein früheres Gedicht Ezzo’s, welches er noch in Bamberg
selbst um 106.3 verfasste und das uns wahrscheinlich in der Schöpfung
unverändert vorliegt (Üiemer. Gedichte S. 93 ff.). Diese letztere Vermuthung
wollte ich damals in der Einleitung (S. XLIX.) nicht hinzufügen , weil ich
dafür noch nicht alle Belege gesammelt hatte, schrieb aber bald darnach
meine Ansicht an den Secretär des historischen Vereins von Bamberg Dr. Conei.
Höfler, der die Güte hatte, mir Alles was auf Ezzo Bezug haben könnte, aus
dein dortigen Archive mitzutheilen. Im Februar dieses Jahres empfange ich
ein Schreiben von Dr. Siuirock aus Bonn, ans (lern ich mit Freude ersehe,
dass er ohne noch die historischen Belege dafür zu kennen, mit meiner oben
Ausgesprochenen Vermutliung einverstanden ist, ja er hat sogar versucht, und
ich muss hinzufügen mit vielem Glücke, das Lied von den vier Evangelien auf
seinen ursprünglichen Strophenbau zurückzuführen, und war so gütig, » lil '
davon eine Probe in den Aushängebogen seines unter der Presse befindlichen
.und hoffentlich bald erscheinenden Lesebuches zuzusenden. Die weiteren
Gründe für die Ansicht, dass Ezzo der Verfasser der Schöpfung und vier Evangelien
sei, werde ich b**i nächster Gelegenheit weiter ausführen.