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Unter den Städten Mährens hatte bisher nur das einzige Brünn
eine Geschichte aufzuweisen, die billigen Anforderungen entspricht ;
um so dankbarer muss daher die obige Monographie von Iglau begrüsst
werden, weil sie in jeder Beziehung bei weitem mehr leistet,
als derselbe Verfasser in seiner eben erwähnten Geschichte von
Brünn (schon 1828) zu geben vermochte. Eine Stadt aber wie
Iglau, die wegen ihrer zahlreichen Bevölkerung (17,034 einheimische
und 1657 fremde, zusammen also 18,691 Einwohner meist
deutscherZunge in 1119 Häusern, nach der Conscription vom J.1846)
nach Brünn den ersten Rang unter den mährischen Städten einnimmt,
durch ihren uralten Bergbau und ihre Berggesetze bis ins 15. Jahrhundert
weit und breit berühmt war, und in neuerer Zeit durch ihre
Tuch- und Biererzeugung, so wie von jeher durch Mannigfaltigkeit
ihrer Schicksale einen nicht unbedeutenden Einfluss auf das ganze
Land übte, — verdient jedenfalls eine gründliche Besprechung, die
ihr auch in dem vorliegenden Werke von 250 Seiten zu Th eil wird.
Der Verfasser war durch mehrere Jahre bei dem k. Kreisamte
in Iglau angestellt, und dadurch in der Lage, die hier reichlich
vorhandenen Quellen, namentlich Urkunden, Gesetz-, Stadt- und Memorabilienbücher,
sowie mehrere Chroniken, worüber er im „Vorwort”
Rechenschaft gibt, zu benützen. Weiteren Stoff lieferte ihm
die mit grossem Fleiss verfasste, aber noch nicht gedrnckte Geschichte
Iglau’s vom dortigen jubilirten Magistratsrathe Andr.
St er ly, eines um die Erforschung dieser Gegend in historischer
und naturgeschichtlicher Hinsicht hochverdienten Mannes, dem auch
meinWerk über Mähren Vieles zu verdanken hat; ferner dieSamm-Iungcn
des für Mährens Geschichte viel zu früh gestorbenen mähr,
ständischen Archivars und Herausgebers des mähr. Diplomatars
Ant. Boczek, sowie vie le gedruckte Werke bis in die neueste
Zeit, die irgendwie die Landesgeschichte, insbesondere die von
Iglau berühren, und die d’Elvert mit Fleiss und Umsicht benützte.
Auf diese Art entstand das Werk , welches auch die Geschichte
Mährens wesentlich bereichert.
dien- und Schulwesens in Mähren und österr. Schlesien,
nach guten Quellen bearbeitet, ist grösseren Tlieils vollendet, und zu andern
Abhandlungen reichlicher Stoff gesammelt. (S. hierüber seine Histor.
i/it.-Geschichte Seite 358.)