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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 6. Band, (Jahrgang 1851)

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IIMMii  I  III

quellen  Oesterreichs  unverkennbare  Spuren,  wie  ich  ein  anderes
Mal  darthun  werde,  von  dem  Bekanntsein  der  ofterwähnteu  Dichtung- ­
  schon  in  den  Jahren  zwischen  1130  —  40  nachweisen  lassen,
so  kommt  man  unwillkürlich  auf  die  Vermuthung-,  dass  auch  ihr
erster  Verfasser  in  unsern  Landen  gelebt,  und  dass  die  Liebenberger
Hs.  der  ursprünglichen  Bearbeitung  ziemlich  nahe  gestanden  haben
dürfte.  Dass  die  Zeit  ihrer  ersten  Abfassung  nicht,  wie  man  früher
glaubte,  um  das  Jahr  11G0  zu  setzen  seihat  bereits  Massmann  2 )
und  in  der  neuesten  Zeit  W.  Wackernagel  3 )  bemerkt.  Der  erstere
spricht  sich  nicht  genau  hierüber  aus,  letzterer  stellt  sie  in  das
Jahr  1147,  bis  wohin  die  meisten  altern  Hss.  reichen.  Ich  glaube
man  kann  sie  füglich  in  die  schon  oben  genannten  Jahre  zwischen
1130—40  setzen,  dafür  sprechen  Keim,  Versbau  und  überhaupt
die  Eigenthümlichkeit  der  Sprache,  dafür  spricht  der  Umstand,
dass  die  mit  der  Voraucr  auffallend  zusammen  stimmenden  IIss,
zu  München,  bei  Massmann  Numero  6.  M.  und  die  Wiener  No.  7.
W.,  mit  dem  Jahre  1138  abschliessen  4 )  ,  dafür  spricht  endlich  die
ursprüngliche  Eiutheilung  der  Dichtung  selbst  in  zwei  Haupttheile,
wovon  der  erste  bis  zum  Tode  des  Kaisers  Constantin  und  des
Papstes  Sylvester 5 )  ,  der  zweite  bis  zu  jenem  des  Kaisers  Lothar  II.
f )  Lachmann  über  Singen  und  Sagen  in  den  Abhandl.  der  Berliner  Akad.  d.
Wiss.  1835.  S.  113.
2 )  Massmann’s  Ausgabe  der  Kaiserchr.  1,  Seite  XVI.
3 )  Wackernagel.  Geschichte  der  deutschen  Literatur.  Basel  1850,  S.  173.
4 )  Massmann.  Kaiserchr.  1,  XXII.
5 )  Vgl.  meine  Ausgabe  der  Kaisercbronik  Seite  S35,  20  tvo  cs  heisst:
fwer  da*  liet  uernomen  liahe.
der  fol  einen  pater  nr  fingen
in  des  hailigen  gaiftes  minno.
ze  lobe  fancte  filuefter.  dem  hailigen  herren.
und  ze  wegen  finer  armen  feie.
der  def  liedef  alre  erift  began.
fancte  filuefter  der  hailige  man.
der  ift  im  genaedeclichen  bi.
ante  tronum  domini.
und  helfe  allen  den.
diz  gezogenliche  uernemen.
lebendigen  und  tote
den  genade  got  der  gute.
der  himelifche  herre.
hie  an  dem  libe.  dort  an  der  feie.
            
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