Skip to main content Jump to sidebar

Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 6. Band, (Jahrgang 1851)

330

Jede  Seite  enthält  26  Zeilen,  Blatt  1  nach  der  genannten  IIs.
die  Verse  von  Seite  39,  32  bis  43,  24.  Bl.  2.  die  von  51,  26  bis  55,
27.  im  Ganzen  252.  in  der  Mitte  zwischen  beiden  fehlen  zwei
Blätter.  Jeder  Absatz  beginnt  mit  einem  rothen  Anfangsbuchstaben,
die  Verse  sind  unabgcsetzt  geschrieben,  ihr  Schluss  aber  statt  der
gewöhnlichen  Reimpuncte  durch  eine  Art  Ausrufungszeichen,  das
von  der  Rechten  zur  Linken  gezogen  wird,  angedeutet.  Aehnliches
fand  ich  nur  in  altern,  das  ist  in  llss.  des  12.  Jahrh.,  so  auch  in  der
Vorauer  bei  den  Dichtungen  vom  Leben  Jesu 1 ),  dem  Loblied  auf  die
heilige  Jungfrau  Maria-)  und  mit  einfachen  Reimpuncten  abwechselnd
in  der  langem  Judith 3 ),  dann,  was  nicht  unwesentlich  scheint,  in  der
Lambrechtcr  nun  Grätzerlls.  von  Hcinricli’s  Litanei 4 ).  Die  Linien  sind
mit  dem  »Stifte  gezogen,  der  Mangel  aller  Abkürzungen  dann  des  s,
wofür  selbst  im  Auslaute  stets  fgesetzt  wird,  und  aller  Striche  oder
Zeichen  über  dem  i,  die  noch  sehr  getrennt  von  einander  stehenden  uv
und  vv  für  mj,  ferner  der  Gebrauch  von  u  und  v  für  w,  endlich  das  nicht
seltene  Anlehnen  kleiner  Wörter  an  die  zunächst  folgenden  lässt  meiner ­
  Ansicht  nachschliessen,  dass  die  Hs.,  von  der  sich  leider  nur  diese
zweiBIätter  erhalten  haben,  in  die  Mitte  des  12.  Jahrh.  zu  setzen  sei.
Massmann  der  dieses  Bruchstück  ebenfalls  benützte  und  es
in  seiner  Ausgabe  der  Kaiserchronik 5 )  unter  der  Zahl  16  aufführt,
stellt  es  jedoch  in  das  13-,  auch  die  Vorauer  Hs.  kommt  nun  auf
einmal  dahin  und  zu  183  Bl.,  während  sie  doch  offenbar  in  das  12.
gehört  und  derTheil,  welcher  die  Kaiserchronik  enthält,  nur  73  Bl.
umfasst.  Weil  der  l’unct  über  das  Alter  unseres  Bruchstückes  wegen
der  Folgerungen,  die  ich  daraus  ableiten  zu  können  glaube,  durchaus ­
  nicht  gleichgültig  ist,  lege  ich,  damit  Sachverständige  selbst
darüber  entscheiden  können,  eine  Nachzeichnung  bei.
Betrachten  wir  den  innigen  Zusammenhang  der  in  neuerer
Zeit  in  »Steiermark  und  Kärnten  aufgefundenen  Dichtungen:  die

*)  Siehe  deutsche  Gedichte  des  11.  u.  13.  Jh,  von  Jos.  Diemer,  Wien,  1819,
Seite  229  ff.
-)  Am  angef.  Orte,  S.  295  ff.
3 )  Am  angef.  Orte,  S.  127  ff.
4 )  Hoffmann’s  Fundgruben  2,  216  ff.
• r ')  Der  kaiser  und  der  kunige  buoch  oder  die  sogenannte  Kaiserchronik,
herausgegeben  von  J.  Ford-  Massmann.  Quedl.,  Basse.  1819,  Band  1.
Seite  XXIII.
            
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.