Sitzung vom 9. April 1851.
Freiherr Hammer-Purgstall hält folgenden Vortrag:
Indem ich im Namen des liier anwesenden wissenschaftlichen
Reisenden K cmal Efendi, welcher, ein Mitglied des
osmanischen hohen 1! al lies für gemeinnützige Kenntnisse
1 ), Europa zur Besichtigung wissenschaftlicher Anstalten
durchreiset (um nach dem Muster derselben eine ähnliche zu Constantinopel
ins Leben zu rufen), seine zuConstantinopel gedruckten
zur Beförderung des persischen Sprachunterrichtes lierausgegebeuen
Werke der kaiserlichen Akademie der Wissenschaften
darzubringen und der Classe vorzulegen die Ehre habe, ergreifeich
diese Gelegenheit, um das Chronogramm, womit der Besuch Kemal
Efendi’s in der Staatsdruckerei vorgestern bewillkommt worden, und
die dem Chronogramme angehängte kritische Bemerkung über einen
Felder der zu Constantinopel im Beginn des vorigen Jahrhunderts
gedruckten berühmten chronologischen Tafeln Hadschi
Chalfa’s vorzutragen.
In den chronologischen Tafeln Hadschi Chalfa’s befindet sich
unter dem Jahre 941 d. II. (1536) der Tod des Mufti K,emalpaschafade’s,
eines der grössten Gelehrten des osmanischen Reiches,
mit dem arabischen Chronogramme irtahale ei uhini- bilkemcd 1 )
d. i. fortgewandert sind die Wissenschaften insgesammt, aufgeführt;
der Werth dieses Chronogrammes bestellt in der Zweideutigkeit
des letzten Wortes bilkemal, welches sowohl i n s g e s a m m t als m i t
dem K,emal bedeutet; die Ergänzung dieses Chronogrammes zur
laufenden Jahreszahl 1267 machte icli mir zur Aufgabe und glaubte
dieselbe durch den Fund und Zusatz der Wörter afshubi scbil il-Kemal
3 ), d. i. als Begleiterinnen des Weges K.emal’s, glücklich
gelöset.
Bei Zusammenzählung des Ganzen fand sieh jedoch ein Einser
zu viel und hei wiederholter Nachrechnung der Fehler nicht in
*) ji£u. i