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Aus dieser für die Dietrichsteinische Familie so rühmlichen Inschrift
erhellt, dass Sigismund Statthalter in fünf Provinzen des Erzherzogthums
war. Im Jahre 1515 verheiratliete sich Sigismund mit Barbara Rotal; er war
damals 32 Jahre alt, weil er laut obiger Medaille 1520, 37 Jahre alt war.
Sein Sterbejahr setzt Wissgrill ebenfalls irrig auf 1510.
Sigismund Dietrichstein's Heirat mit der ihn überlebenden Barbara
Rotal wurde so sehr gefeiert, wie selten von einem Fürsten die eines Unterthans
; denn bei seiner Hochzeit 22. Juli 1515 waren zugegen: Kaiser
Maximilian, Wladislaus König von Ungern und Böhmen, Sigismund König
von Polen — die österreichische Erzherzogin Anna und die ungrisclie Prinzessinn
Maria — der Kronprinz von Ungern und Böhmen, Ludwig und viele
andere Fürsten.
Merkwürdig ist die Beschreibung, die der Augenzeuge Cuspinianus
— im Diarium — von dieser Hochzeit macht: Am 22. Juli, sagt Cuspinianus,
war Vermählung zwischen den Fürsten und den jungen Königinnen, nachdem
er diese beschrieben, wie sie bei St. Stephan gefeiert wurde, scliliesst er:
In principio noctis perveniunt omnes Reges cum Caesare ad coenam,
quianuptiashacnocte celebrabant, dominus Sigismundus de Dietriclisfain , et
Barbara virgo filia Georgii de Rottal parata erat coena Regia innumeris dapibus.
Collocabatur in principio tabulae Rex Ungariae Vladislaus, dehinc
sponsa Barbara. Tum Caesar, post domina Anna. Tum Rex Poloniae, tum domina
Maria, post rex Ludovicus, tum ejus magistra curiae. Post Archiepiscopus
Bremensis, tum Ratisponensis praesul, tum caeteri duces saepius notati,
quibus semper immiscebantur matronae et virgines, tum utriusque Regis
consiliarii et familiäres semper immixtis puellis. Duravit liaec coena in horam
decimam noctis splendidissima et opipera. Qua finita Caesar et Reges in
aliud descendentes palacium choreas duxerunt. Et hinc quisque diversorium
suum petiit. Vgl. das Gemälde zu Nikolsburg 1 ).
Es ist wahrscheinlich, dass die unter Nr. 3 beschriebenenMünzen wegen
dieser Vermählung geprägt sind, sie erinnern auffallend an die Vermählungsmünzen,
welche Maximilian zum Andenken an seine Vermählung mit Maria
von Burgund zwei Jahre später prägen liess, welche folgende sind : MAXIMILIAN
MAGNANIMARCHIDVXAVSTRIEBVRGVND. Die belorbeerte
Büste Maximilians ETATIS. 19. Rücks. MARIA•KAROLI-FILIA IIERES
BVRGVND’BRAB ■ CONIVGES. Das Brustbild Maria's. ETATIS. 20. unterm
Brustbilde 1579. Est ist demnach die Angabe WissgriH’s 2 ) ungenau, wenn
er sagt : „Es wurden auch einige Jahre hernach 1520 zum Gedächtniss dieses
Ehepaares silberne Denkmünzen mit der Inschrift: Deo Maximo vplente fiel,
geschlagen; denn obige Medaillen sind nicht g eschlagen, sondern g egossen,
es ist auch vom Ehepaare darauf keine Rede. Der Spruch erinnert
auffallend an jenen Maximilian’s auf seiner Vermählungsmedaille 3 )’h
*) Hormayr Taschenbuch. Zweiter Jabrg. 1821, p. 46.
2 ) Schauplatz etc. 232.
3 ) DieVorseite: BIAXIMIL-R'B (Regens Burgundiae?) BIARlD-(ucissa) BVRG.
Maximilian und Maria das Wappen haltend, über ihnen Strahlen und Wol-