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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 6. Band, (Jahrgang 1851)

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Es  wäre  ein  geeigneter  Gegenstand  für  eine  Abhandlung,
diese  Behauptung  durch  alle  grossen  Verzweigungen  der  Münzgeschichte ­
  durchzuführen.
So  viel  möge  genügen:  Der  Gelehrte,  der  archäologische  Gegenstände ­
  zum  Vorwurf  seiner  Untersuchungen  wählt,  muss  durch  fleissiges,
  anhaltendes  kritisches  Studium,  ja  auch  die  Gabe  der  Natur
gehört  dazu,  muss  die  Kenntnis»  über  Echt  und  Unecht  sich  eigen
gemacht  haben,  sonst  täuscht  er  sich  und  bemüht  sich  auch  Andere
zu  täuschen;  er  bringt  Unwahrheit  in  das  Heiligthum  der  Geschichte.
Ferner  soll  ein  solcher  Gelehrter  so  viel  möglich  einen
Ueberblick  über  das  grosse  majestätische  Gebiet  der  gesummten
Monumentenlehre  haben,  sonst  verfällt  er  zu  leicht  in  Träumereien.
Die  bildlichen  Monumente  nehmen  einen  gleich  hohen  Rang
im  Dome  der  Weltgeschichte  ein  wie  die  geschriebenen,  und  der
einseitig  für  die  einen  oder  die  anderen  Partei  nimmt,  den  hat  sein
Fassungsvermögen  auf  keine  hohe  Stufe  gestellt.
Ferner  heisst  es  im  angeführten  Werke  :
v Anche  le  medaglie  colla  legenda  KOSßN  sotio  coniate  di
quell 1  oro  di  particolare  qualitä,  che  solo  in  quelle  parti  si  trova,
ed  esse  da  quelle  scoperte  per  la  prima  volta  hanno  ricevuto
ferma  numismatica  patria
Ist  schon  diese  Behauptung  nicht  so  zuverlässig  zu  widerlegen ­
  wie  die  früheren  Bemerkungen,  so  können  diese  Münzen
kaum  allein  des  häufigen  Vorkommens  wegen  in  Siebenbürgen
bestimmt  dahin  gewiesen  werden,  sonst  müssten  die  eben  so  oft
da  vorkommenden  Lysimacher,  welche  doch  die  Prägeorte:  BYzantium,
  Kkklatia  oder  KAAcedon,  u,trus,  TOmi  zeigen,  und  von
eben  dem  Golde  sind,  auch  alle  Siebenbürger  sein.  Ich  glaube
nicht  von  dem  in  meiner  Synopsis  nmnorum  graeconan*)  et  romanorum"')
  aufgestelltem  Satze  abgehen  zu  sollen,  wo  es  heisst:
jjKOSSN  Omnes  vero  similiter  aut  inMacedonia  aut  potius  in  Thrucia
  tempore  belli  Bruti  et  Casii  contra  Octavianum  signati."  Der
Fundort  sagt  wohl  viel,  aber  nicht  alles.  Kaum  werden  irgendwo  so
vieleMüuzen  von  Apollonia  und  Dyrrhachium  gefunden,  als  in  Siebenbürgen, ­
  und  doch  sind  dies  illyrische  Städte  am  adriatischen  Meere.

1 )  Vindob.  1837,  p.  16.
2 )  Vindob.  1843,  p.  33.
            
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