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festgesetzt, aber nicht lange gehalten wurden, indem die Bündner
vertragswidrige Neuerungen Vornahmen. Im Hintergründe war
Frankreichs schlaue Politik mit ihrem Golde gegen Oesterreich
auch hier geschäftig. Dies lehrt uns ein Schreiben der Gerichte
Bregell, Ober- und Unterengadin, ddo. Zutz vom 10. März 1565,
an Eustach won Stampa, österr. Hauptmann und Pfleger auf Trasp,
des Inhalts: Jüngst haben die drei Bünde und die Krone Frankreich
zu Chur eine Vereinigung gehalten, in der es mit
grosser Unordnung, geschwinden Praktiken und bösen Mitteln,
ohne Beachtung irgend einer Form hergegangen sei. Ihr Wille
und Vorhaben sei diesem Unwesen zuvorzukommen, um das zu entkräftigen
und abzuschaffen, was ihrer Freiheit nachtheilig sei und
Etliche, die wider den Willen und Befehl ihrer Gemeinden sich
haben hiezu bestechen und erkaufen lassen, aus Eigennutz
verschuldet haben. Die meisten Gerichte im Gotteshausbunde leben
der Hoffnung, dass der obere Bund ihr Vorhaben befördern werde.
Im oberen Engadin sei ein Ausschuss zusammengetreten und habe
Musterung gegen die gehalten, die demMehrtheil nicht nachkommen
und sich fügen wollten. Sie halten als gute Freunde und Nachbarn
sich verpflichtet, diese Vorgänge ihm zu entdecken, damit ihn ihre
Handlung nicht befremde und er keinen Argwohn gegen sie schöpfe,
mit der Versicherung, dass sie die Artikel der Erbeinigung treulich
halten und denselben in aller Weise nachkommen wollen.
So gingen die Klagen, sich immer mehr häufend und steigernd,
fort. Endlich um 1620, als Deutschland der dreissigjährige Krieg
zerfleischte, brach auch in diesen Thälern, namentlich (1622) im
Prätigau, die Kriegsflamme in voller Wuth aus. Frankreich, das
seinen lüsternen Blick auf Mailand, das dem Könige von Spanien
gehörte, warf, suchte sich allenthalben einzumischen. Der Herzog
Heinrich von Roh an zog im April 1635 unvermuthet schnell aus
dem obern Eisass über Aarau, Winterthur, St. Gallen und Altstätten
an der vorarlbergischen Gränze mit einem Corps hin nach Chur,
besetzte dann das V ( eltlin, um diese Landschaft den Märschen
kaiserlicher und spanischer Truppen zu verschliessen, und focht
durch französische und schweizerische Zuzüge verstärkt den Sommer
über mit glücklicher Ueberlegenheit gegen Spanien und Oesterreich,
die ihn von Chiavenna und Tirol her angriffen. Die Bündner
wechselten je nach ihrem Vortheile die Parteien. Verträge schützten