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bisher die ein Gewölbe tragenden Pfeiler umgaben, den Zufluss
des Lichtes nicht blos verhindert, sondern eine stäte dumpfe
Dämmerung, ja Finsterniss in dem ganzen iimern Raume des alten
Baues verursachten, waren zufällig zu unsern Gunsten beseitigt
und gestatteten dem Strahlenglanze des Sonnenlichtes ungehinderten
Eingang. Jetzt sahen unsere Augen heller als bei den frühem
Besuchen, zumal an der Seite unsers bewährten Alterthumsforschers,
des Geheimrathes Ritters von Neugebauer. Nach flüchtiger
Betrachtung und kurzem Ideenaustausche waren wir beide
bald im Klaren und wie aus einem Munde kam das: fuit Marlis
templum? Einmal aufmerksam gemacht, bemerkten wir bald deutlich
genug, dass das Material, welches hier angewendet, nicht absichtlich
dazu angefertigt, sondern aus der Nähe und Ferne, wo
man es habhaft werden konnte, herbeigeschleppt, und sowohl aus
Theilen von stolzen Prachtgebäuden aus dem nahe gelegenen Sarmizegethusa
— weissmarmornen Architraven, Gesimsen, Carniesleisten,
Säulenstücken u. dgl. — als aus mannigfaltig geformten
Votivtafeln, grossem und kleinern Altären, Grabsteinen ohne
und mit Inschriften Verstorbener bestand. Acht Altäre und andere
Denksteine, auf denen ein Theil der in Hohenhausen und
Seivert verzeichnetcn Inschriften steht, von denen einer ohne
Schrift, oder geflissentlich ausradirt, der andere mit zwei Pferden
(Relief) geziert ist, sind zu zweien übereinandergesetzt, und bilden
vier Säulen oder Pfeiler der kleinen Kirche, welche oben mit
Rundbogen versehen und durch Gewölbe mit der äussern Mauer
der Kirche in Verbindung gesetzt sind, so dass die vier Säulen das
Hauptschiff bilden. Gegen Osten hat das Kirchlein einen runden
Ausbau mit Spitzbogen. Zu den Hauptmauern dieses Kirchleins
sind grosse Quader römischer Bauwerke, wie oben angedeutet, mit
andern Steinen und Ziegeln verwendet worden. Die Kirche ist
mit römischen Ziegeln gepflastert. Am viereckigen Thurme ist ein
schönes korinthisches Capitäl eingemauert, so wie auch einige
Löwen am Kirchendache. Um die Kirche herum stehen mehrere
antike Säulenschäfte. So der innere und äussere Bau, wie ihn
auch Neugebauer sammt Inschriften aufgenommen hat. Bei weiterer
und genauerer Untersuchung entdeckten wir an den innern
und äussernKirchwänden, unten gegen denFussboden, Bruchstücke
von schönen Kranzleisten und Gesimsen, oben in der Höhe Frag-