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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 6. Band, (Jahrgang 1851)

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bisher  die  ein  Gewölbe  tragenden  Pfeiler  umgaben,  den  Zufluss
des  Lichtes  nicht  blos  verhindert,  sondern  eine  stäte  dumpfe
Dämmerung,  ja  Finsterniss  in  dem  ganzen  iimern  Raume  des  alten
Baues  verursachten,  waren  zufällig  zu  unsern  Gunsten  beseitigt
und  gestatteten  dem  Strahlenglanze  des  Sonnenlichtes  ungehinderten ­
  Eingang.  Jetzt  sahen  unsere  Augen  heller  als  bei  den  frühem
Besuchen,  zumal  an  der  Seite  unsers  bewährten  Alterthumsforschers, ­
  des  Geheimrathes  Ritters  von  Neugebauer.  Nach  flüchtiger ­
  Betrachtung  und  kurzem  Ideenaustausche  waren  wir  beide
bald  im  Klaren  und  wie  aus  einem  Munde  kam  das:  fuit  Marlis
templum?  Einmal  aufmerksam  gemacht,  bemerkten  wir  bald  deutlich ­
  genug,  dass  das  Material,  welches  hier  angewendet,  nicht  absichtlich ­
  dazu  angefertigt,  sondern  aus  der  Nähe  und  Ferne,  wo
man  es  habhaft  werden  konnte,  herbeigeschleppt,  und  sowohl  aus
Theilen  von  stolzen  Prachtgebäuden  aus  dem  nahe  gelegenen  Sarmizegethusa
  —  weissmarmornen  Architraven,  Gesimsen,  Carniesleisten, ­
  Säulenstücken  u.  dgl.  —  als  aus  mannigfaltig  geformten ­
  Votivtafeln,  grossem  und  kleinern  Altären,  Grabsteinen  ohne
und  mit  Inschriften  Verstorbener  bestand.  Acht  Altäre  und  andere ­
  Denksteine,  auf  denen  ein  Theil  der  in  Hohenhausen  und
Seivert  verzeichnetcn  Inschriften  steht,  von  denen  einer  ohne
Schrift,  oder  geflissentlich  ausradirt,  der  andere  mit  zwei  Pferden
(Relief)  geziert  ist,  sind  zu  zweien  übereinandergesetzt,  und  bilden ­
  vier  Säulen  oder  Pfeiler  der  kleinen  Kirche,  welche  oben  mit
Rundbogen  versehen  und  durch  Gewölbe  mit  der  äussern  Mauer
der  Kirche  in  Verbindung  gesetzt  sind,  so  dass  die  vier  Säulen  das
Hauptschiff  bilden.  Gegen  Osten  hat  das  Kirchlein  einen  runden
Ausbau  mit  Spitzbogen.  Zu  den  Hauptmauern  dieses  Kirchleins
sind  grosse  Quader  römischer  Bauwerke,  wie  oben  angedeutet,  mit
andern  Steinen  und  Ziegeln  verwendet  worden.  Die  Kirche  ist
mit  römischen  Ziegeln  gepflastert.  Am  viereckigen  Thurme  ist  ein
schönes  korinthisches  Capitäl  eingemauert,  so  wie  auch  einige
Löwen  am  Kirchendache.  Um  die  Kirche  herum  stehen  mehrere
antike  Säulenschäfte.  So  der  innere  und  äussere  Bau,  wie  ihn
auch  Neugebauer  sammt  Inschriften  aufgenommen  hat.  Bei  weiterer ­
  und  genauerer  Untersuchung  entdeckten  wir  an  den  innern
und  äussernKirchwänden,  unten  gegen  denFussboden,  Bruchstücke
von  schönen  Kranzleisten  und  Gesimsen,  oben  in  der  Höhe  Frag-
            
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