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rheinische Gulden an Erzherzog Sigmund von Tirol, der sic
im folgenden Jahre dem Vogt Ulrich von Matsch, Grafen zu Kirchherg,
verpfändete. Dieser, hochbetagt, trat sie seinem Sohne Gaudenz
ab, von welchem der Erzherzog im Jahre 1477 die sechs Gerichte
einlöste. Später brachte K. Maximilian I. noch zwei Gerichte,
das Matschische Casteis im Prätigau, wo dann der österreichische
Landvogt sass, und Scliicrs käuflich an sich. So hatte Oesterreich
acht Gerichte im Churrhätien. Nach dem blutigen Schwabenkriege
1499 ward erst zwischen dem Kaiser und den drei Bünden eine
Vereinigung auf zwanzig Jahre, dann am 15. December 1518 kurz
vor des Kaisers Tode die sogenannte Erbeinigung zwischen
beiden Theilen geschlossen, deren Hauptartikel aus der weitläufigen
Urkunde im Auszuge dargelegt wurden.
„Archäologische Analecten” v. Regierungsrath Arneth.
1. Siebenbürgisclic.
Siebenbürgen gab viele der schönsten und merkwürdigsten
Gold-Monumente in’s k. k. Münz- und Antiken-Cabinet; ich erwähne
nur der Goldkette, der grössten römischen Goldmedaillons
die es gibt *); diese sind fast nur aus der Zeit der byzantinischen
Kaiser. Bei der Eroberung Daciens durch Trajan bringen ihm auf
der schönen Säule zu Rom, welche Trajan’s zweimaligen Krieg
gegen Decebalus vorstellt, römische Krieger die Schätze des dänischen
Königs, welche aus Gefässen in Gold und dergleichen bestehen.
Goldene Waffen jedoch sind bis jetzt mir nur bei mythischen
Wesen bekannt geworden. Die, deren Zeichnung ich hier
vorlege, ist von der Gattung Waffen, die noch heut zu Tage in
Ungern und Siebenbürgen üblich und unter dem Namen Czakany
bekannt. Sie erinnert einigermassen an die Bipennis der Amazonen,
besonders auf dem Relief zu Magnesia 2 ). Sehr sparsam sind
die Nachrichten, mit welchen das Münzamt zu Carlsburg den eingesandten
Fund begleitete. Es sollen der Sage nach im Jahre 1840 neun
Czakany’s gefunden worden sein. Demk. k. Münz- und Antiken-Cabinete
ist nur dieser eine zugekommen, mehrere zum Schmucke dienende
Verzierungen und ein Klumpen Goldes. Se. Maj. haben die Gnade
gehabt, dieses wahre Unicum in den Sammlungen mit 700 fl. C. M.ver-*)
Arnctli. Gold- und Silber-Monumente des k. k. Münz- u. Antiken-Cabinetcs.
3 ) Clarac. Musee de Sculpture. II. 117 C—I.