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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 6. Band, (Jahrgang 1851)

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Sitzung  vom  19.  März  1851.
Freiherr  Hammer-  Purgstall  setzt  tlie  Lesung  seiner  für
die  Denkschriften  bestimmten  Abhandlung  über  Bogen  und  Pfeil  und
ihre  Kunstwörter  fort.  Durch  die  Mittheilungen  des  Freiherrn  von
Schlechta  aus  Konstantinopel  ist  er  in  Stand  gesetzt,  über  die  in
dem  dort  gedruckten  Werke  vorkommenden  technischen  türkischen
Wörter,  welche  in  keinem  Wörterbuche  zu  finden,  die  nöthigen
Aufklärungen  zu  geben;  ausserdem  hat  er  aus  dem  obigen  Werke
und  aus  arabischen  und  türkischen  Wörterbüchern  ein  halbes  Tausend ­
  sich  auf  Bogen  und  Pfeil  und  auf  die  Verfertigung  von  beiden
beziehende  Wörter  gesammelt,  von  denen  eine  Centurie  in  den
europäischen  Wörterbüchern  nicht  zu  finden;  mehrere  dieser  Redensarten ­
  charakterisiren  das  Volk,  z.  B.  der  Mann  hat  sich
als  ein  Araber  bewährt,  was  so  viel  heisst  als  der  Mann  hat
einen  Bogen  genommen.  Durch  die  Zusammenstellung  der  arabischen ­
  Wörter  für  Bogen,  Pfeil  und  Bogensehne  ist  eine  Probe  arabischer ­
  Synonimik  gegeben,  wie  dieselbe  besonders  von  der  Palme
und  von  dem  Kamele  erwünscht  wäre,  welchen  beiden  Polen  der
Araber  Ritter  im  seiner  Geographie  Arabiens  zwei  vortreffliche
Monographien  gewidmet  hat.  Von  Bogen  und  Pfeil  hat  der  Araber
ein  halbes  Hundert  von  Sprichwörtern  hergenomraen,  welche
mitgetheilt  werden.  Das  in  Geschichten  und  im  praktischen  Leben
am  häufigsten  vorkommendeist:  Gib  den  Bogen  dem,  der  ihn
zu  schnitzen  versteht,  d.  i.  Verwende  zum  Geschäfte  den
Tüchtigsten.  Die  vier  in  dem  zu  Konstantinopel  gedruckten  Werke
angegebenen  Holzarten,  aus  denen  die  türkischen  Pfeile  verfertiget
werden,  hat  Freiherr  von  Schlechta  eingesendet  und  Herr  Professor
Unger  botanisch  bestimmt.  Die  drei  Arten  des  Baumes  IVob  ä,  vermuthlich
  eine  Art  Eibe,  aus  dessen  gelbem  Holze  die  Araber  Bogen
und  Pfeil  verfertigen,  sind  erst  noch  botanisch  zu  bestimmen;  die
Anspielungen  auf  dasselbe  sind  in  den  arabischen  Gedichten  häufig,
z.  B.
Die  Araber  sind  wie  der  Nebä  hart,
Die  Perser  von  der  Weiden  Art.  —
Als  Bild  eines  durch  die  Beschwerden  der  Wallfahrt  vergilbten  und
ausgetrockneten  Pilgers  gebraucht:
Der  lange  Hunger  hat  den  Leib  ihm  zugespitzt,
Gleich  einem  Pfeile,  der  aus  Ne  b  ahoi  z  geschnitzt.
            
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