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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 6. Band, (Jahrgang 1851)

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wahrscheinlich  um  in  Katharinens  Auftrag  des  Königs  Intriguen
ihm  kund  zu  geben,  argwöhnisch  belauern  lässt;  Wolsey  selbst
soll  seinen  Einfluss  dazu  verwenden.  —  Wir  übergehen  hier  die
nähere  Auseinandersetzung,  da  diese  Seite  von  Heinrichs  Charakter
durch  eine  Fülle  von  Actenstücken  zu  einer  andern  Zeit  beleuchtet
werden  soll,  und  halten  uns  an  die  erste  Hälfte.  Der  Secretär  gibt
nämlich  dem  abwesenden  Cardinal  Nachricht  über  die  Aufnahme
des  Gesandten  —  des  Königs  von  Ungern  (Zapolya).  —  An  diesem ­
  Tage  (15.  Juli  1527)  richtete  nämlich  „Herr  Hieronymus
Lasko,  Gesandter  des  neuerwählten  Königs  von  Ungern”  vor  dem
König  und  seinem  geheimen  Rathe  seine  Aufträge  aus,  Derselbe
sprach  anfangs  von  dem  erbarmenswürdigen  Zustand  Ungerns
ziemlieh  weitläufig  und  wie  der  Woiwode,  sein  Herr,  durch  freie
Wahl  des  ungrischen  Adels  zum  König  erwählt,  aus  gewissen  Gründen ­
  dieselbe  anzunehmen  sich  geweigert  habe,  aber  durch  die  ungestümen ­
  Bitten  des  Adels  und  derCommunen  gewissermassen  genöthigt
  worden  sei,  die  Regierungslast  auf  sich  zu  nehmen,  in  der
guten  und  sichern  Hoffnung,  dass  alle  christlichen  Fürsten  diese
Wahl  und  Uebernahme  der  Regierung  von  Ungern  gut  aufnehmen
würden,  besonders  in  Berücksichtigung,  dass  die  Türken  im  Besitze
der  vorzüglichsten  Schlösser  und  Plätze  dieses  Landes  darin  starke
Besatzung  haben  und  es  zu  erwarten  und  zu  befürchten  ist,  es  sei
von  ihnen  die  gänzliche  Eroberung  von  Ungern  beabsichtigt  und
beschlossen.  —  Er  wünsche  nun  von  Seiner  königlichen  Hoheit
Hilfe  und  Unterstützung  gegen  die  Türken  und  zur  Behauptung
des  Landes  und  hege  gegen  Sie  ganz  besonders  guten  Willen  und
grosses  Vertrauen.
Der  König  wiederholte  vor  seinem  Rathe  den  Inhalt  dieser
Rede  und  bezeugte  sein  Wohlgefallen  darüber,  indem  er  zugleich
den  Dekan  des  Rathes  beauftragte,  dieselbe  zu  beantworten.  Diese
Antwort  lautete  im  wesentlichen  wie  folgt:
Der  König  sei  tief  betrübt  über  das  Unglück  und  die  Niederlage ­
  der  Ungern;  in  Berücksichtigung,  dass  der  neue  König  durch
allgemeine  Uebereinstimmung  des  Adels  und  der  Coinmunen  erwählt ­
  wurde,  ist  zu  schliessen,  man  müsse  an  ihm  solche  Eigenschaften ­
  gefunden  haben,  die  ihn  befähigen  nicht  bloss  in  Zeiten
des  Friedens  zu  herrschen  sondern  auch  das  Land  zu  vertheidigen
und  den  Türken  zu  widerstehen;  der  König  wünsche  dazu  Glück
            
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