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Leider ist es aus Mangel an Quellen nicht möglich, die diplomatischen
Fäden so zu verfolgen, dass das ganze Gewebe
offen und unbestreitbar vorläge, wir müssen uns begnügen mit Andeutungen,
Fingerzeigen und Spuren, je nachdem ein oder das
andere Actenstück auftaucht.
So haben wir noch zwei Briefe vor uns, der eine vom englischen
Gesandten Wallop an den Cardinal Wolsey aus Wien am
11. July 1527, der andere von William Knighte aus der vertrautesten
Umgebung König Heinrichs VIII. (s. Secretär) an denselben
vom 15. July 1527 aus dem königlichen Schlosse Enfield.
Aus Wallops Schreiben geht hervor, dass mehrere Briefe von
ihm wie natürlich abgeschickt wurden, namentlich beruft er sich
auf einen vom 26. April 1527 aus Mähren und einen andern vom
20. May 1527 aus Schlesien (die Orte fehlen leider in der Abschrift,
vielleicht auch im Original?), worin er meldete, dass Ferdinand
ihm verboten nach Ungern, hingegen gestattet habe nach Polen zu
gehen und wie gut er daselbst aufgenommen wurde. Er überschickte
auch zwei Briefe vom Könige von Polen, einer an den König
(Heinrich) der andere an ihn (Cardinal) gerichtet.
Seitdem habe er nichts Neues zu berichten gehabt bis jetzt.—
Am achten dieses Monats (July) schickte der König von Böhmen
seinen Oberfeldherrn den Markgrafen Casimir von Brandenburg
mit 12000 Fussgängern und wie man sagt auch mit 6000 Reitern
nach Ungern ab, welche nun Theben, das Schloss, belagern und
von dort dann weiter Vordringen sollen. Man glaubt, der König
wolle bald mit 10000 Fussgängern nachfolgen, die Ursache der Zögerung
ist das bevorstehende — Wochenbett der Königin (Maximilian
II. ward am 1. August 1527 geboren).
„Die Königin Witvve von Ungern ist von Pressburg nach Wien
gekommen. Hinsichtlich des Schlosses von Pressburg, worüber ich
in früheren Briefen berichtet habe, ist zu bemerken, dass dasselbe
noch nicht übergeben ist, aber wenn die Armee vorrücken wird,
nand zunächst bittet. „Idcirco Dominatio V. Revcrendissima, cui scimus
Christianitatis commodum et pacem non paruae curae esse, omnesque suos
in eandem nervös et cogitatus dirigere, afTectuose hortamur, ut nostri
intuitu ca quae inpresentiarum petimus apud ScrenissimumRegem etavunculum
nostrum praefatum promovere sicque cum eo agere velit, quo voto
nostro et pio et honesto acquiescat.” — („Amico nostro charissimo” heisst
es im Titel.)