Skip to main content Jump to sidebar

Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 6. Band, (Jahrgang 1851)

274

Leider  ist  es  aus  Mangel  an  Quellen  nicht  möglich,  die  diplomatischen ­
  Fäden  so  zu  verfolgen,  dass  das  ganze  Gewebe
offen  und  unbestreitbar  vorläge,  wir  müssen  uns  begnügen  mit  Andeutungen, ­
  Fingerzeigen  und  Spuren,  je  nachdem  ein  oder  das
andere  Actenstück  auftaucht.
So  haben  wir  noch  zwei  Briefe  vor  uns,  der  eine  vom  englischen ­
  Gesandten  Wallop  an  den  Cardinal  Wolsey  aus  Wien  am
11.  July  1527,  der  andere  von  William  Knighte  aus  der  vertrautesten ­
  Umgebung  König  Heinrichs  VIII.  (s.  Secretär)  an  denselben ­
  vom  15.  July  1527  aus  dem  königlichen  Schlosse  Enfield.
Aus  Wallops  Schreiben  geht  hervor,  dass  mehrere  Briefe  von
ihm  wie  natürlich  abgeschickt  wurden,  namentlich  beruft  er  sich
auf  einen  vom  26.  April  1527  aus  Mähren  und  einen  andern  vom
20.  May  1527  aus  Schlesien  (die  Orte  fehlen  leider  in  der  Abschrift,
vielleicht  auch  im  Original?),  worin  er  meldete,  dass  Ferdinand
ihm  verboten  nach  Ungern,  hingegen  gestattet  habe  nach  Polen  zu
gehen  und  wie  gut  er  daselbst  aufgenommen  wurde.  Er  überschickte
auch  zwei  Briefe  vom  Könige  von  Polen,  einer  an  den  König
(Heinrich)  der  andere  an  ihn  (Cardinal)  gerichtet.
Seitdem  habe  er  nichts  Neues  zu  berichten  gehabt  bis  jetzt.—
Am  achten  dieses  Monats  (July)  schickte  der  König  von  Böhmen
seinen  Oberfeldherrn  den  Markgrafen  Casimir  von  Brandenburg
mit  12000  Fussgängern  und  wie  man  sagt  auch  mit  6000  Reitern
nach  Ungern  ab,  welche  nun  Theben,  das  Schloss,  belagern  und
von  dort  dann  weiter  Vordringen  sollen.  Man  glaubt,  der  König
wolle  bald  mit  10000  Fussgängern  nachfolgen,  die  Ursache  der  Zögerung ­
  ist  das  bevorstehende  —  Wochenbett  der  Königin  (Maximilian ­
  II.  ward  am  1.  August  1527  geboren).
„Die  Königin  Witvve  von  Ungern  ist  von  Pressburg  nach  Wien
gekommen.  Hinsichtlich  des  Schlosses  von  Pressburg,  worüber  ich
in  früheren  Briefen  berichtet  habe,  ist  zu  bemerken,  dass  dasselbe
noch  nicht  übergeben  ist,  aber  wenn  die  Armee  vorrücken  wird,
nand  zunächst  bittet.  „Idcirco  Dominatio  V.  Revcrendissima,  cui  scimus
Christianitatis  commodum  et  pacem  non  paruae  curae  esse,  omnesque  suos
in  eandem  nervös  et  cogitatus  dirigere,  afTectuose  hortamur,  ut  nostri
intuitu  ca  quae  inpresentiarum  petimus  apud  ScrenissimumRegem  etavunculum
  nostrum  praefatum  promovere  sicque  cum  eo  agere  velit,  quo  voto
nostro  et  pio  et  honesto  acquiescat.”  —  („Amico  nostro  charissimo”  heisst
es  im  Titel.)
            
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.