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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 6. Band, (Jahrgang 1851)

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„Ich  legte  seinem  Diener  mehrere  Fragen  vor  und  zeigte  ihm  Berichte ­
  über  seinen  Herrn  und  dessen  Unzuverlässlichkeit J ),  worauf
„er  mir  solche  Antwort  gab,  dass  aus  seiner  Aussage  hervorging,
„diese  Berichte  behaupten  mehr  als  wahr  wäre.  So  viel  ich  von
„ihm  abnehmen  konnte  sind  die  Ungern,  welche  auf  Seite  des
„Königs  von  Böhmen  stehen,  von  zu  geringer  Macht,  als  dass  sie
„ihm  helfen  könnten,  sie  sind  weder  im  Besitze  einer  Stadt  noch
„eines  Schlosses  sonst,  nur  beschränkt  auf  Pressburg,  wo  sich
„die  verwitwete  Königin  aufhält.  Er  sagte,  dass  wenn  der  König
„von  Böhmen  den  König  seinen  Herrn  bekriegen  würde,  derselbe
„gezwungen  wäre,  mit  den  Türken  Frieden  zu  machen  und  seine
„Hülfe  anzurufen,  woran  er  durchaus  nicht  zweifle,und  er  könne
„Frieden  machen  sobald  er  will;  er  sagte  aber,  er  wolle  das  nicht,
„ohne  dazu  gezwungen  zu  sein.”
„Ich  kann  nicht  begreifen,  wenn  der  König  von  Böhmen
„Krieg  führen  wollte,  wie  er  dazu  hinlänglich  Kraft  habe,
„denn  er  war  gezwungen  die  Schätze  aller  seiner  Kirchen  in
„Oesterreich  und  Tirol  wegzunehmen,  um  das  zu  seiner  Krö-„nungnöthige
  Geld  zu  prägen,  was  seine  Unterthanen  nicht  wenig
„erbitterte.  So  viel  ich  abnehmen  kann,  werden  die  deutschen
„Reichsfürsten  ( n the  nobelmen  of  Almayn"')  ihm  nicht  helfen
„Ungern  zu  erobern,  sie  denken,  er  habe  bereits  ohnehin  schon
„zu  viel,  und  ich  weiss  ganz  gut,  dass  die  Churfürsten  insgeheim
„einen  Gesandten  an  den  König  von  Ungern  abgeschickt  haben
„und  er  hinwieder  hat  bereits  einen  an  sie  abgeordnet  oder
„wird  es  nächstens  thun.  Und  ich  versichere  Euer  Gnaden,
„die  deutschen  Fürsten  lieben  ihn  nicht,  sie  verachten  ihn
„vielmehr  (Imt  doili  disdayn  him),  mit  Ausnahme  der  Brüder
„des  Markgrafen  von  Brandenburg,  die  mit  ihm  bei  seiner  Krönung ­
  waren;  andere  deutsche  Fürsten  waren  nicht  dabei.  Was
„ich  Euer  Gnaden  zu  der  Zeit  der  Ankunft  Salamanca’s  in  England ­
  geschrieben,  so  habe  ich  seitdem  eingesehen,  dass  es  (Sala-*)

  Diese  Stelle  der  vom  „Keeper  of  the  Mss”  des  Museums  beglaubigten  Abschrift
  heisst:  (I)  „schowyd  hym  what  reportys  was  mad  be  hys  master  of
hys  on  truyth”  etc.  Aus  den  nachfolgenden  Worten  geht  der  von  uns
oben  angegebene  Sinn  hervor,  wenn  man  anders  nicht  annehmen  will,  dass
der  Diener  seinen  eigenen  Herrn  Lügen  gestrafft  habe.  —

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