‘20
der älteren Söhne Suleiman’s nährte, um so dem jüngsten derselben,
ihrem eigenen, die Nachfolge zu verschaffen.
In dem Berichte des Bothschaftcrs Hrn. v. Selve an Heinrich
II. im November 1553 über den ältesten Prinzen Mustafa
wird gesagt, dass das Heer denselben liebte und den YVefir
Rostan (Rüstern) den Eidam Roxelanens hasste. Martines,
ein französischer Sendling, berichtet über die Gesandtschaft Busbecq’s,
welcher, nachdem Malvezzi zu Komorn gestorben, denselben
zu Konstantinopel ersetzte. II einrich II. betitelte in seinen
Schreiben den Sultan Suleiman als Tres hault, tres exellent,
tres puissant, tres magnanime et invincible prince, le
grand empereur des Montssurmans, sidtam Solim,an, sarch,
en qui tout honneur et vertu abonde, nostre tres eher et parfaict
amy. Das Montssurmans statt Musulman en ist um nichts
schlechter als das deutsche Muselmänner, wenn der Deutsche
aber das Wort Schah in Schach verstümmelt, so ist das erste
im zweiten doch immer erkenntlicher als im Französichen sarch.
Die dritte Abtheilung der Regierung Heinrich’s II., von 1556
bis 1559, enthält die Bothschaft des Hrn. de !a Vigne, welcher
von der Pforte erhalten sollte, dass sie an dem Feldzuge des
dem Papste Paul IV. zu Hilfe geschickten Duc de Guise
Theil nehme, die Pforte aber war durch den Waffenstillstand
von Vaucelles misstrauisch gemacht. Siebenbürgen erklärte sich
für die Königin Isabella, welche Suleiman in Schutz nimmt und
nach einer in Siebenbürgen erlittenen Niederlage Oesterreich mit
Krieg überzog. Der Botschafter de la Vigne ging nach Frankreich,
um den König zur Brechung des Waffenstillstandes von
Vaucelles zu bewegen, ward aber nach der Schlacht von Saint
Quentin nach Konstantinopel zurückgesendet, um in der damaligen
kritischen Lage Frankreichs den Beistand der Pforte zu
erwirken. Hierauf den Bürgerkrieg in der Türkei durch den
Aufruhr des Prinzen Baijesid, die Thronentsagung Carl’s V., die
Kaiserkrönung Ferdiuand’s I., der Friede von Cateau-Cambresis
zwischen Frankreich und Spanien, der Tod Carl’s V., der Königin
Maria von England und Heinrich’s H. Der vormalige französische
Botschafter, von seinem Nachfolger de la Vigne auf das heftigste
verfolgt, ward seinem Hofe abtrünnig, .weil der König missbilligte,
dass er sich mit einer Erbin zweier Inseln des Archipels