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Unter den aus London erhaltenen Actenstücken findet sich
nun eine Darstellung der Sachlage im Sinne Zapolya’s und mit
luissent et aliorum, tantae nunc calamitatis dolorem non acciperemus.” —
Das war nocli vor der Schlacht bei Möhacs geschrieben, ehe sich die
freilich schon furchtbar drohende Ahnung der Niederlage erfüllt hatte.
Als das Unglück herein gebrochen war, schob König Franz I. die Schuld
der Säumniss — auf Kaiser Karl V.
Er hatte die Stirne, den deutschen Reichsständen am 6. October 1526
zu schreiben (Reusner): „Ich habe grossen Schmerz empfunden über das
Eindringen der Türken in Ungern, den Untergang König Ludwigs und die
Deutschland drohende Gefahr. Dass an mir die Schuld nicht liege ist gewiss,
den Kaiser trifft sie, der die ehrenvollen Bedingungen des Friedens
zurückweist, den weder das öffentliche Unglück noch der schmachvolle
Tod seines Schwagers und das traurige Loos der Königin - Witwe
seiner leiblichen Schwester rühren. — Unsere Ahnen haben häufig Krieg
geführt gegen die Feinde des christlichen Namens, das könnte auch jetzt mit
vereinten Kräften geschehen, wenn nur der Kaiser wollte.” — Freilich schrieb
der Kaiser am 29. November in Beziehung auf diese Beschuldigung: „In
dem an Euch (die deutschen Reichsstände) gerichteten Schreiben stellt
sich der König (Franz I.), als ob ihn der Untergang König Ludwigs und
das Elend Ungerns schmerzte, das ist eitel Verstellung unddesshalb
gesagt, um jene zu beschwichtigen, die fortwährend behaupten, durch aufgefangene
Briefe stelle sich heraus, der Türke habe auf sein Anmahnen
den Krieg unternommen” (Charrierc S. 155. Note). —
Gewiss ists, dass dem treulosen König die Lage der Dinge in Ungern
höchst willkommen gewesen und dass er den Bürgerkrieg eitrigst schürte.
Charrierc theilt (I. S. 155—158) ein Schreiben König Franz’ I. an
Zapolya mit vom 24. Februar 1527 \aus Germain en Laye), worin derselbe
als König und Bruder begrüsst, der kräftigsten Unterstützung versichert
wird, — da es das allgemeine Interesse erheische, ihn nicht zu verlassen
I — „Quamobrem pro nostra in vos benevolentia hortamur presenti
alacrique animo jus vestrum tueamini, presertim cum in mentem venerit
summum pontificem, potissimum Angliae regem, Venetorum
rempublicam ac nos imprimis auxilio vestro nequaquam esse
defuturos, tum vestra ipsius causa, tune ne adversarius vester, si, ut Boemie,
ila Ilungarie fiat compos, Cesaris consanguinitatc nixus, tantos
concipiat Spiritus ut ceteris olim insultare audeat. Der
Gesandte Rincon habe den Auftrag, sich über seine (Zapolya’s) Verhältnisse
aufs genaueste zu erkundigen und wie am besten die zugedachte
Hilfe geleistet werden könne. — Ja er will ihn an sein Interesse durch
festere Bande fesseln. „Ac si celibem adhuc vitam agitis, reique vxoric
operam dare atque ex iis que nos vel affinitate vel consanguinitate attingunt
unam aliquam in uxorem a nobis petere in animum induxeritis , d eclarabimus
profecto re ipsa quanti tum amicitiam tum affinitate
m vestram faciamus”.
Früher noch, wie es scheint, als dieser Brief dem Woywoden zukam,
schrieb derselbe als König Johann aus Ofen am 26. April 1527 an König
Franz I. und ersucht ihn , dem (vom König Sigmund von Polen zum Un-Sitzb.
d. phil. hiat. CI. VI. Bd. II. u. III. Hit. 1?