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Und. nun lassen sich die aus dein British-Museura uns zugekommenen
Actenstücke verstehen, und daraus auch so manche
Ergebnisse gewinnen.
Sie betreffen nämlich sämmtlich die Verhältnisse König-Ferdinands
und seines Gegners Zapolya, der von den Feinden
des Hauses Habsburg eben so unterstützt und benützt wurde,
als er selbst bei ihnen Hilfe suchte.
Dass Karls Gegner, König Franz I., unter diesen Hetzern
und Förderern Zapolya’s der Vorzüglichste gewesen, war zum
Theile schon bekannt, wie denn besonders Bucholtz im dritten
Bande seiner Geschichte Ferdinands darüber interessante Daten
anführt, auch Charriere gibt mehreres Neue über die Verbindung
mit Zapolya, vorbereitet durch Franzens Werkzeug bei diesen
Händeln, den bekannten Rincon. *)
1) Interessant ist Charriere’s Abschnitt von S. 147—176. III. — Affaires de
Pologne et de Ilongrie. 1524—1529.
Wir wollen hier eine kurze Uebersiclit des Inhalts mehrerer von
ihm mitgetheilter Actenstücke geben , aus denen die französische Politik
allerdings neue Beleuchtung erhält. — Der „allerehristlichste’’ König liess
sich vom Papste den Zehent von den Gütern seines Klerus bewilligen, angeblich
um die Türken zu bekämpfen und hetzte fast zu gleicher Zeit dieselben
gegen die vorzüglichste christliche Macht auf; so darf es um so
weniger Wunder nehmen , wenn derselbe es ganz angemessen findet, dem
Bruder seines Gegners Feinde zu erwecken oder dieselben zu unterstützen.
In dem von Charriere zuerst mitgetlieilten Schreiben des Königs Sigmund
von Polen (p. 149 —151) an König Franz I. von Frankreich vom 18. Jänner
1524 ist allerdings öffentlich nur von Unterstützung der Könige
von Polen und Ungern gegen die Türken, die König Franz leisten wolle,
die Rede, obschon der Unterhändler Rincon bereits seine Umtriebe begonnen
hatte; aber Sigmund will zur Herstellung eines vom König Franz
vorgeschlagenen Bündnisses seinen eigenen Gesandten absenden und zeigt
seine Geneigtheit zur nähern Verbindung. Aus dem Schreiben
Papst Clemens VII. an König Franz I. (Charriere I. p. 152— 154) vom
30. Juli 1526 ist deutlich abzunehmen , dass die dem Könige Ludwig II.
von Ungern gegen die herandrängenden Türken von Seite der christlichen
Mächte geleistete Hilfe sehr unzureichend befunden wurde. — Es war
namentlich Frankreich darum wohl am wenigsten zu thun. Der Osmane
macht die reissendsten Fortschritte, sagt der Papst, „cum contra a parte
nostra nihil admodum spei, aut fiduciae, nihil firmi apparatus sit; quod
praemonuimus quidem antea sacpe, et obtestali sumus tarn serenitatem
tuam quam reliquos christianos principes, ut ferre opem, mittere auxilium,
fulcire ruinarn regni nobiJissimi, et cum maxima christianilatis pernicie
casuri, nisi sua quisque pro parte opem et inanum attulisset, vellenl.
Quae si preces , monita, obtestationesque nostra® apud animum tuuni vaa