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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 6. Band, (Jahrgang 1851)

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„mer  au  vray,  si  eile  vous  seroit  preiudiciable  den  vouloir  user,  et
„si  les  subiectz  Ie  prendront  point  mal,  afin  que  vous  aydez  de  la-„diele
  investiture  ou  que  vous  le  delaissez  corame  non  faicte,  ainsi
„que  par  bon  et  prudent  conseil  trouuerez  estre  a  faire  pour  le
„mieulx,  pour  parvenir  au  dessus  de  ce  qui  conuient  a  voz  affaires.”
Diese  Ungewissheit  über  das  Verliältniss  Böhmens  zum
deutschen  Reiche  beweist  die  auch  sonst  durch  viele  Thatsachen
  sich  herausslellendeMangelhaftigkeit  derKenntniss  von  dem
Staatsrechte  und  der  Geschichte  der  deutschen  Erblande  und  des
deutschen  Reiches,  eine  Folg’e  der  Erziehung  in  der  Fremde.
Leider  hatte  Kaiser  Maximilian  auf  dieselbe  wenig  Einfluss  ;
Karls  Aufwachsen  in  Belgien  und  Ferdinands  Aufenthalt  in  Spanien
verhinderten,  dass  sie  von  ihm,  der  die  Geschichte  seines  Hauses
und  seiner  Lande  mit  Vorliebe  pflegte,  jene  so  nöthige  und  wiinschenswerthe
  Bildung  und  Einsicht  erhalten  konnten,  die  sie  gleich
Anfangs  befähigt  hätte,  unter  so  schwierigen  Verhältnissen  stets
das  Wahre  und  Rechte  zu  erkennen  und  zu  ergreifen.  —  Der
durchaus  tüchtige  und  edle  Charakter  Ferdinands  insbesondere
fand  sich  nach  einiger  Zeit  allerdings  zurecht,  und  mit  jedem  Jahre
erweiterte  sich  seine  Kenntniss  und  seine  Fähigkeit  zu  regieren
und  den  schwierigen  Verhältnissen  zu  entsprechen.  —  Er  ward  ja
einer  der  ausgezeichnetsten  Regenten  seiner  Zeit.
Die  Schwierigkeiten  und  Hindernisse,  mit  denen  er  zu  kämpfen ­
  hatte,  ins  helle  Licht  zu  setzen  ,  ist  eben  Aufgabe  der  Geschichte, ­
  die  dieselbe  wohl  erst  theilweise  gelöst  hat.  —
Namentlich  in  Beziehung  auf  Ungern.  —  Leider  ist  eines  der
tüchtigsten  Werke,  welches  unendlich  viel  geleistet  hätte,  durch
die  neuesten  Zeitereignisse  ins  Stocken  gekommen,  und  es  ist  vor
der  Hand  wenig  Hoffnung,  dass  der  Verfasser  desselben,  unser
correspondirendes  Mitglied  Herr  Paul  von  Jäszay,  dasselbe  werde
fortsetzen  oder  vollenden  können;  in  den  bisher  erschienenen
fünf  Heften  (30  Bogen)  führt  er  die  Reihefolge  der  Begebenheiten ­
  seit  der  Schlacht  bei  Mohäcs  (29.  August  1526)  bis  zum
2.  Februar  des  Jahres  1527  in  ausführlicher  äusserst  gründlicher
Darstellung  durch.  —  Möchte  doch  eine  deutsche  Uebersetzung,
wenn  auch  nur  dieses  Bruchstückes  erscheinen.  —  Jäszay  benützte ­
  die  äusserst  genauen  und  glücklichen  Forschungen  seines
Freundes  Gevay.
            
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