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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 6. Band, (Jahrgang 1851)

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den  ersten  Jahren  des  Regimentes  über  die  wichtigsten  Verhältnisse ­
  zu  herrschen  scheint.  So  schreibt  K.  Karl  seinem  Bruder
Ferdinand  am  30.  November  1526,  auf  die  Nachricht  des
Unterganges  König  Ludwigs  in  der  Schlacht  bei  Mohacs,  wodurch
die  Königreiche  Ungern  und  Böhmen  erledigt  wurden,  in  Bezug
auf  die  Ansprüche  ihres  Hauses  wie  folgt:  „Jay  incontinent  fait
faire  les  despeches  pour  lalfaire  de  Ilongrie  et  de  Boesme  conforme
  aux  mynutes  des  lectres  et  instructions  que  mauez  envoye.
  Je  ne  fais  nulle  doubte  quant  a  ce  que  deppend  desdicts
royaulmes  de  Hongrye,  pour  austant  que  pourra  touclier  entre
vous  et  moy.  Car  encoires  qui  fust  besoing  de  vous  ayder  de
chose  que  en  ce  me  pourroit  appartenir,  je  vous  aduertiz  que,
si  purement  et  plainement  les  dicts  royaulmes  estoient  a  moy,  je
vous  en  feroye  tresvoluntiers  le  don,  et  des  maintenant,  si  quelqne
  chose  je  y  puis  ou  pourroye  pretendre  pour  la  succession
de  feu  nostre  grand  pere  que  dieu  absoille,  je  le  vous  donne  de
tresbon  cueur  ;  car  je  sceay  bien,  que  en  ce  monde  ne  le  sauroye
  autrepart  mieulx  ne  si  bien  employer  que  a  vous  que  jayme
  et  extime  comme  vng  autre  moymesmes.”  —  (Lanz,  Correspondenz
  K.  Karls  V.  Band  I.  S.  226.)
Obgleich  es  nicht  ohne  Schwierigkeit  ist,  bloss  andeutende
Worte  recht  auszulegcn,  so  geht  doch  aus  dieser  Stelle  so  viel
hervor,  dass  der  Kaiser  von  dem  ganzen  Verhältnisse  nicht  genau
unterrichtet  w T ar.  —  Er  glaubt,  die  Ansprüche  seines  Bruders,
wohl  als  Gemahl  der  ungrischen  Prinzessin  Anna,  der  Erbin  des
Reiches  nach  dem  Tode  ihres  Bruders  Ludwig  (?),  verstärken  zu
sollen  durch  Uebertragung  seiner  Ansprüche  als  Senior  des  Hauses ­
  und  erster  Erbe  ihres  Grossvaters  Kaisers  Maximilian,  —
Das  ist  nun  gegen  den  Vertrag  vom  7.  November  1491,  in
doppelter  Hinsicht.  Denn  erstens  stipulirt  der  besagte  Vertrag  ausdrücklich ­
  die  Nachfolge  des  Hauses  Habsburg  im  Abgänge  Königs
Wladislaus  oder  seines  Sohnes  (Ludwig)  ohne  directe  männliche
Leibeserben.  Durch  diesen  Artikel  ist  die  weibliche  Thronfolge  ausgeschlossen, ­
  der  Gemahl  der  ungrischen  Prinzessin  Anna  hatte
als  solcher  keinen  Anspruch  auf  die  ungrische  Krone,  weil
sie  selbst  nicht  successionsfähig  gewesen.  —
Zweitens  konnte  nach  dem  Wortlaute  des  Vertrages  die  Nation ­
  unter  mehreren  Abkömmlingen  Königs  Maximilian  einen  zum
            
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