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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 6. Band, (Jahrgang 1851)

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Wirksamkeit  und  Bedeutung  zur  Sprache  zu  bringen  und
hervorzuheben.  Man  hielt  sich  an  das  Erbrecht.
Doch  dieses  Verschweigen  und  Zurückhalten  war  von
den  traurigsten  Folgen.  Eben  weil  Kollar  nichts  davon  erwähnte
schloss  man,  dass  nichts  dergleichen  existire;  man  stellte  die  Lage
der  Dinge  so  dar,  als  hätte  die  Nation  die  von  ihrem  Könige  eingegangenen ­
  Verpflichtungen  nicht  bestätigt,  sondern  förmlich
verweigert  1 ).
Man  darf  behaupten,  dass  die  Erreignisse  der  neuesten  Zeiten,
welche  durch  jahrelange  Umtriebe  und  durch  den  ganzen  Gang
der  historischen  Bildung,  auf  welcher  am  Ende  doch  die  ganze
Wirksamkeit  der  Staatsmänner  basirt,  herbeigeführt  wurden,  in
diesen  falschen  Ansichten  wurzeln.—  Die  Vernachlässigung
der  Geschichte  rächt  sich  bitter!
Das  Haus  Habsburg  hatte  facti  sch  die  Krone  von  Ungern
und  seinen  Nebenländern  unter  König  Albreclit  durch  Sigmunds
Erbtochter  Elisabeth  überkommen,  ihrer  beider  Sohn,  Ladislaus
Posthumus,  wurde  als  Kind  gekrönt  und  nach  des  unglücklichen
Polenkönigs  Wladislaus,  welchen  eine  Gegenpartei  ins  Land  berufen, ­
  Untergang  bei  Varna,  allgemein  anerkannt.—
Nach  dem  frühzeitigen  gewaltsamen  Ende  des  hoffnungsvollen
Jünglings  wählte  eine  nicht  unbeträchtliche  Zahl  von  ungrischcn
Grossen  und  Edlen  seinen  Anverwandten  Kaiser  Friedrich,  in  der
Hoffnung,  dadurch  ihrem  Lande  Ruhe  und  Frieden  zu  erringen.  —
Doch  eine  starke  Gegenpartei,  die  von  jeher  aus  Nationalhass,
der  stärker  war  als  alle  Gründe  der  Klugheit  und  Liebe  (zum
Rechte  und  friedlichen  Verkehr  mit  seinen  Nachbarn),  Opposition
gegen  die  Deutschen  gemacht  hatte,  setzte  die  Wahl  eines  Jünglings
durch,  dessen  Vater  und  Bruder  schon  auf  die  Geschicke  des  Reiches ­
  den  grössten  Einfluss  gehabt.  Eine  Geschichte  der  Familie
der  Hunyadenist  von  dem  grössten  Interesse,  aber  wohl  noch  so  bald
nicht  zu  erwarten,  sie  muss  und  wird  die  Wege  offen  darlegen,  auf
denen  der  berühmteste  und  tüchtigste  aus  ihnen  den  Thron  besteigen ­
  konnte.

*)  Man  lese  nur  die^Darstellung  bei  Fes  sler:  Geschichte  der  Ungern  und  ihrer
Landsassen  V.  S.  754  —  705,  und  selbst  die  neueste  in  Horvath’s  Geschichte ­
  1851,  1.  Bd.
            
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