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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 6. Band, (Jahrgang 1851)

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Die  Menschen  verlangen  meist  das  Umgekehrte,  sie  wollen,
dass  sich  die  Verhältnisse  nach  den  Personen  richten;  sie  meinen,
der  grosse  Geist  beherrsche  die  Natur,  wo  also  statt
Herrschaft  Nachgiebigkeit  oder  Unterordnung  eintritt,  fehle  die
Grösse.  —  Nach  Menschen-Urtheil!  —  Bei  einem  Regenten-Hause,
  das  durch  ein  halbes  Jahrtausend  in  die  Geschicke  der
Völker  eben  so  verflochten  ist,  als  es  in  selbe  eingreift,  ist
cineTheilung  der  Darstellung,  somit  auch  der  Forschung  unabweisbar.
Die  äusseren  Verhältnisse,  die  i  n  n  e  r  e  n,  die  Familien-Bezieh
  ungen,  in  diese  drei  Hauptabtheilungen  lassen  sich  wohl
sämmtliche  Verhältnisse  des  Hauses  Habsburg  einreihen;  der
Unterabtheilungen  gibt  es  freilich  ungemein  viele.  —
So  kann  man  gleich  die  ersten  theilen  in  die  Verhältnisse  zur
Kirche  und  zu  den  einzelnen  Staaten,  deren  es  bekanntlich
unzählige  gab.  —
Wie  wichtig  und  resultatenreich  wäre  zum  Beispiel  eine
geschichtliche  Darstellung  der  Verhältnisse  des  Hauses  Habsburg
zur  Kirche  und  ihrer  Hierarchie,  wobei  freilich  auch  die  inneren
Verhältnisse  in  Berücksichtigung  kommen  müssten;  w'ie  interessant ­
  eine  Geschichte  der  Rivalen  und  Feinde  des  Hauses
Habsburg,  bei  der  dann  ganz  natürlich  auch  die  Freunde  und
Bundesgenossen  zu  schildern  wären.
Die  inneren  Verhältnisse  sind  mannigfaltig,  und  je  specieller
eine  Forschung  wird,  desto  resultatenreicher  ist  sie  auch.  —  Die
natürlichste  Theilung  ist  nach  Ländern,  nach  Besitzungen,
nach  Ständen  und  Communen.  —
Die  Familien-Verhältnisse  und  p  er  s  ö  n  liehen  Beziehungen ­
  geben  ebenfalls  die  reichste  Ausbeute  ,  und  würden,
richtig  aufgefasst,  die  Bedeutung  und  den  Einfluss  der  Einzelnen
gerade  durch  die  Zusammenstellung  des  Ganzen  erst  recht  hervorheben. ­
  —
Ich  will  nur  einige  Arbeiten  namhaft  machen,  die  in  dieser
Hinsicht  geleistet  werden  sollten.  —  Die  Stiftungen  der
Habsburger,  die  Fam  ilie  n  -  V  e  r  bi  nd  un  g  en  der  Habsburger, ­
  die  Sammlungen  und  Kunstschätze  der
II  absburge  r  u.  s.  w.
Würde  man  auf  diese  Weise  forschen  und  arbeiten,  wäre
jedenfalls  der  Gewinn  übersichtlicher,  folglich  auch  hervorragender.
            
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