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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 6. Band, (Jahrgang 1851)

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Habsburg  im  vollsten  Umfange  und  In  unzerstückelter  Uebersicht,
  gehört  zu  den  schwierigsten  und  mühsamsten  Aufgaben,  deren
glückliche  Lösung  noch  nicht  gelang,  ja  noch  gar  nicht  versucht
wurde.
Was  unter  diesem  Titel  existirt,  ist  entweder  Bruchstück
oder  von  vorne  herein  nichts  weniger  als  Geschichte  des  Hauses.
So  zahlreich  und  umfänglich  die  Literatur  der  Geschichte
des  Hauses  Habsburg,  das  ist  der  Beiträge  zur  selben,
auch  sein  mag,  so  fehlen  doch  selbst  noch  die  Vorbedingungen,
ohne  welche  eine  befriedigende  Geschichte  ganz  unmöglich  ist;
für  eine  derselben  will  die  kaiserliche  Akademie  der  Wissenschaften ­
  sorgen  durch  die  Sammlung  und  Herausgabe  von  „Mo  n  umentis
  Hab  s  b  urgicis,”  freilich  nur  für  den  fünften  Theil
der  Zeit,  in  welcher  das  Habsburgisclie  Haus  regierte,  —  doch  ist
dieses  eben  der  wichtigste  Zeitraum.  —
2.  Da  ich  mir  die  Geschichte  des  Hauses  Habsburg,
insbesondere  eines  grossem  Abschnittes  derselben  zum  Gegenstände ­
  der  sorgfältigsten  mitunter  sogar  minutiösesten  Forschung ­
  gewählt  und  daraus  eine  Lebensaufgabe  gemacht  habe,  so
sei  es  mir  gestattet,  ausser  den  grösseren  umfänglicheren  Aufsätzen ­
  und  Quellen-Sammlungen,  welche  ich  von  Zeit  zu  Zeit  zu
liefern  gedenke,  auch  in  kleineren  Aufsätzen,  die  ich  „habsburgische ­
  Excurse”  nennen  will,  Beiträge  zur  Geschichte  dieses
hochwichtigen  Hauses  zusammen  zu  stellen,  so  wie  ich  früher
unter  dem  Titel:  „Historische  Mitth  eilunge  n,”  nicht  wenige
Actenstücke  veröffentlichte,  die  zum  grössten  Theile  Ilabsburgica
  enthalten.
Diese  Excurse  sollen  jedoch  nicht  die  Actenstücke  selbst,  sondern ­
  mehr  die  Resultate  aus  denselben  zur  Sprache  bringen,
da  ich  die  Nothwendigkeit  einzusehen  beginne  ,  diess  selbst  zu
thun,  wenn  man  Beachtung  derselben  wünscht.  —
Ich  halte  die  gewöhnliche  Weise,  die  Geschichte  nach  Persönlichkeiten ­
  und  Individuen  zu  begränzen  und  zu  betreiben ­
  für  eine  verfehlte,  wenigstens  für  eine  einseitige,  unzureichende. ­
  —
Die  Verhältnisse  sind  stärker  und  unüberwindlicher  als
die  Personen  und  Individuen.  —  Allerdings  haben  die  Charaktere
und  Individualitäten  nicht  wenig  Einfluss,  sie  modificiren  die  Ver-
            
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