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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 6. Band, (Jahrgang 1851)

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gethan,  zu  rächen,  nach  Konstantinopel  gekommen,  dass  er
dort  den  gehofften  Credit  und  Gehalt  nicht  gefunden,  das  mit
sich  gebrachte  Geld  theils  in  Geschenken,  theils  in  grossem
Aufwand  verschwendet,  aber  durch  das  Versprechen,  dass,  wenn
er  sich  zum  Islam  bekehren  wolle,  er  wie  Aloisio  Gritti,  der
natürliche  Sohn  des  Dogen  von  Venedig,  ein  ansehnliches  Amt
und  grosse  Bestallung  erhalten  solle,  nicht  verführt,  Nachts
ohne  Vorwissen  seiner  Leute,  nur  mit  einem  flamändischen  und
griechischen  Diener,  die  ihm  als  Dolmetsche  dienten,  in  einem
kleinen  Nachen  entfloh,  nächtlich  die  Meerenge  von  Kallipolis
passirte,  ohne  Anstand  bis  nach  Chios  kam,  sich  dort  in  ein
grösseres  Fahrzeug  einschiffte,  mit  dem  er  Candia  zu  erreichen
hoffte.,  dass  er  in  der  Nähe  dieser  Insel  von  einem  türkischen
Korsaren  aufgegriffen,  nach  Konstantinopel  gebracht,  in  die
sieben  Tlmrme  geworfen,  durch  Herrn  d’Aramont  wieder
daraus  befreit  und  nach  Frankreich  befördert  worden,  wo  er
französische  Dienste  genommen.  Ulamapascha,  der  aus  der
osmanischen  Geschichte 1 )  bekannte  Statthalter  von  Bosnien,  wird
in  den  französischen  Bothschaftsberichten  einmal  Aulama-Bey,
ein  andermal  Oullan-Bassa  genannt,  ohne  dass  eine  Note
hierauf  aufmerksam  macht,  oder  den  Namen  berichtiget,  was
doch  mittelst  der  in  das  Französische  übersetzten  Geschichte
des  osmanischen  Reiches  ein  leichtes  gewesen  wäre.
Dass  (S.  45)  Balzara  nichts  anderes  als  Bassra  sei,  ist
eben  so  leicht  zu  errathen,  als  (S.  60)  dass  Courassan  nichts
anderes  als  Chorasan  sei;  aber  nicht  so  leicht  ist  der  Verwandte ­
  des  Kaisers  zu  errathen,  welchen  er  i.  J.  1557  an  Heinrich ­
  II.  sandte,  um  diesem  zu  seiner  Thronbesteigung  Glück  zu
■wünschen.  Heinrich  II.  schreibt  an  seinen  Gesandten  zu  Venedig,
Herrn  v.  Morvillier:  II  y  a  quelqae  temps  que  le  dit  empereur
m’envoya  le  s r  d’Umbercourt  son  parent,  tant  pour  se  condolloir
  avec  moy  du  trespas  de  feu  mondit  sr.  et  pere  que  aussi
pour  par  ung  mesme  moyen  se  congratuler  de  mon  nouvel  advenement
  ä  la  couronne;  wahrscheinlich  ist  diess,  wie  Hr.  Regierungsrath ­
  Chmel  vermuthet,  der  natürliche  Sohn  Maxmilian’s  I.,

*)  m.  b.  s.  3,11.
            
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