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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 6. Band, (Jahrgang 1851)

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und  zum  zweitenmale  Consul  unter  einem  andern  ausgezeichneten,
in  unsern  Gegenden  gewählten,  sich  in  denselben  viel  aufhaltenden,
um  den  Strassenhau,  wie  um  jede  Ordnung  sehr  verdienten  Mann,
dem  Imperator  Septimius  Severus.  Es  rührt  also  dieser  Stein
aus  dem  Jahre  204  n.  Ch.  Geh. 1 )  her,  ein  Umstand,  der  auch  auf
andere  Funde  dieser  Gegend  ein  chronologisches  Licht  zu  werfen
geeignet  ist.
Nr.  6.  Sargdeckel,  entzwei  gebrochen,  daran  eine  später
angebrachte  tellerförmige  Vertiefung,  in  der  Mitte  durchbohrt,
nebst  vier  länglichen  in’s  Kreuz  gestellten  Oeffnungen.  Liegt  angelehnt ­
  an  einer  Dreschtenne  im  Dorfe  Malence,  Pfarre  Tschatesch
an  der  Gurk.  Der  zertrümmerte  Sarg  liegt  neben  der  Cisterne.
Beide,  nebst  mehreren  andern  Särgen  ohne  Schrift,  dann  fünf  grosse
Grabziegel,  wurden  in  den  Aeckern  bei  Malence  durch  Ebnung  derselben ­
  ,  mittelst  Abtragung  vorhandener  antiker  Grabhügel  aufgefunden ­
  ,  zu  Tage  gefördert  und  zum  Theil  als  Baumaterial  benützt.
Im  Felde  sind  noch  deutliche  Mauerspuren,  die  noch  vorhandenen
Gewölbe  verhindern  den  Bauer  am  Ackern.  Der  Boden  dröhnt
bei  der  Bearbeitung.  Der  Bauer  als  Eigcnthiimer  des  Bodens  ist
geneigt  gegen  ein  Honorar  abzudecken,  um  ein  derlei  sichtbares
Gewölbe  aufbrechen,  eröffnen  und  untersuchen  zu  lassen.  —  Diess
wäre  sehr  wünschenswerth  und  E.  W.  sind  ersucht  ,  derlei  Ueberschläge
  gefälligst  einzuschicken  und  dem  wissenschaftlichen  Zweck
ferner  behilflich  zu  sein.
Die  hügeligen  Erhöhungen  an  der  Poststrasse  bei  Tschatesch
ob  der  Gurk,  scheinen,  wie  Sie  mit  Recht  schreiben,  antike  Grabhügel ­
  zu  sein,  ähnlich  denen  bei  Croisenbach  in  der  Pfarre
St.  Ruprecht.  Zu  Croisenbach  im  Parke  nächst  der  Strasse  sind
fünf  grosse  noch  unaufgebrochene  heidnische  Grabhügel,  und  einer,
welchen  der  Eigenthüiner  Otto,  Grat  von  Barbo,  aufdecken  liess,
darin  sind  bronzene  Armbänder  u.  s.  w.  gefunden  worden.  Schöne,
dickstämmige  Eichen  decken  die  Hügel.  Da  der  junge  Herr  Graf
Barbo  geneigt  ist,  einen  derlei  Hügel  abdecken  zu  lassen,  so  wäre
es  für  die  Wissenschaft  sehr  wünschenswerth,  den  Inhalt  zu  erfahren, ­
  um  nach  diesem  Befunde  das  Volk,  das  sic  aufwerfen  liess,

')  Vgl.  Joseph  Arneth.  Beschreibung  der  zum  k,  k.  Münz-  und  Antiken-Cabinetc
  gehörigen  Meilensteine.  S.  7.
            
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