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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 6. Band, (Jahrgang 1851)

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aus  Petersbrunn  gehalten,  eine  irrige  Behauptung,  da  dieser  erst  in
den  ersten  Jahren  des  16.  Jahrhunderts  erbaut  wurde,  während
obige  Statuen  aus  dem  15.  Jahrhunderte  herstammen,  welches  bei
einer  nähern  Prüfung  leicht  zu  erkennen  ist.  Zwei  eben  solche  befanden ­
  sieh  in  der  Kamerlohnfeldmauer  in  Mtilln  dergestalt  eingemauert, ­
  dass  sie  nur  durch  einzelne  hervorragende  rothe  Stein-Hecken
  entdeckt  wurden.  Nun  ist  ihnen  aber  auf  Bewilligung  der  Eigenthümer
  wieder  ein  wohlverdienter  Ehrenplatz  angewiesen,  und
da  noch  einige  solche  eingemauerte  Statuen  bekannt  sind,  so  werden
sie  bei  Wiedereintritt  der  bessern  Jahreszeit,  welche  ihre  Herausnahme ­
  gestattet,  sich  wieder  mit  den  andern  vereinigen  und
ein  deutliches  Bild  vom  alten  Presbyterium  geben.  Dann  sind
noch  vorhanden  verschiedene  alterthümliche  Geschirre  und  Gerätschaften, ­
  worunter  sich,  ihrer  ausgezeichnet  schönen  Construction
  wegen,  eine  steinerne  Ilandnnihle  mit  dem  Wappen  des
Erzbischofes  Leonhard  Keutschach  besonders  bemerkbar  macht.
Auch  sind  viele  gemalte  Glastafeln  mit  Familien-Wappen  und
Heiligenbildern,  aus  denen  das  Portrait  des  Erzbischofes  Leonhard
der  Seltenheit  wegen  hervorzuheben  ist,  vorhanden.
Die  Sammlung  von  schönen  Waffen  und  Rüstungen  und  historisch ­
  wichtigen  Fahnen  und  Schildern  ist  beinahe  noch  reichhaltiger, ­
  und  eine  lederne  Pferderüstung  aus  dem  13ten  oder  14ten
Jahrhundert  darf  nicht  übersehen  werden.  Eine  aufgenommene
Sammlung  sehr  alter  Musik-Instrumente  bietet  um  so  Interessanteres ­
  als  sie  in  der  Geburtsstadt  Mozart’s  zur  Belehrung  ausgestellt ­
  ist.  Bei  dem  beharrlichen  Streben  und  Forschen  des  Gründers ­
  und  Directors  dieser  Anstalt  ist  eine  fortwährende  Bereicherung ­
  auch  in  diesem  Fache  als  gewiss  anzunehmen.
Der  dritte  Saal  ist  für  die  Leistungen  der  Kunst  und
zunächst  der  Malerkunst  bestimmt,  folglich  die  Salzburgische
Pinakothek.  Es  sind  bereits  200  Oelgemälde  aufgestellt  von  fast
allen  Malern  und  Zeichnern,  die  seit  zweihundert  Jahren  in  Salzburg ­
  lebten  und  wirkten.  Bedenkt  man,  dass  diese  artistische
Sammlung  erst  seit  4  Jahren  ohne  Fonds  und  Mittel  zusammen
gebracht  wurde,  so  wird  man  nur  über  Fleiss  und  Beharrlichkeit
staunen.  Sind  auch  nicht  alle  Stücke  von  Kunstwerth,  so  kann
ihnen  doch  wenigstens  der  kunstgeschichtliche  für  Salzburg
nicht  abgesprochen  werden.  Die  Namen  Paul  Troger,  ltottmayer,
            
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