187
aus Petersbrunn gehalten, eine irrige Behauptung, da dieser erst in
den ersten Jahren des 16. Jahrhunderts erbaut wurde, während
obige Statuen aus dem 15. Jahrhunderte herstammen, welches bei
einer nähern Prüfung leicht zu erkennen ist. Zwei eben solche befanden
sieh in der Kamerlohnfeldmauer in Mtilln dergestalt eingemauert,
dass sie nur durch einzelne hervorragende rothe Stein-Hecken
entdeckt wurden. Nun ist ihnen aber auf Bewilligung der Eigenthümer
wieder ein wohlverdienter Ehrenplatz angewiesen, und
da noch einige solche eingemauerte Statuen bekannt sind, so werden
sie bei Wiedereintritt der bessern Jahreszeit, welche ihre Herausnahme
gestattet, sich wieder mit den andern vereinigen und
ein deutliches Bild vom alten Presbyterium geben. Dann sind
noch vorhanden verschiedene alterthümliche Geschirre und Gerätschaften,
worunter sich, ihrer ausgezeichnet schönen Construction
wegen, eine steinerne Ilandnnihle mit dem Wappen des
Erzbischofes Leonhard Keutschach besonders bemerkbar macht.
Auch sind viele gemalte Glastafeln mit Familien-Wappen und
Heiligenbildern, aus denen das Portrait des Erzbischofes Leonhard
der Seltenheit wegen hervorzuheben ist, vorhanden.
Die Sammlung von schönen Waffen und Rüstungen und historisch
wichtigen Fahnen und Schildern ist beinahe noch reichhaltiger,
und eine lederne Pferderüstung aus dem 13ten oder 14ten
Jahrhundert darf nicht übersehen werden. Eine aufgenommene
Sammlung sehr alter Musik-Instrumente bietet um so Interessanteres
als sie in der Geburtsstadt Mozart’s zur Belehrung ausgestellt
ist. Bei dem beharrlichen Streben und Forschen des Gründers
und Directors dieser Anstalt ist eine fortwährende Bereicherung
auch in diesem Fache als gewiss anzunehmen.
Der dritte Saal ist für die Leistungen der Kunst und
zunächst der Malerkunst bestimmt, folglich die Salzburgische
Pinakothek. Es sind bereits 200 Oelgemälde aufgestellt von fast
allen Malern und Zeichnern, die seit zweihundert Jahren in Salzburg
lebten und wirkten. Bedenkt man, dass diese artistische
Sammlung erst seit 4 Jahren ohne Fonds und Mittel zusammen
gebracht wurde, so wird man nur über Fleiss und Beharrlichkeit
staunen. Sind auch nicht alle Stücke von Kunstwerth, so kann
ihnen doch wenigstens der kunstgeschichtliche für Salzburg
nicht abgesprochen werden. Die Namen Paul Troger, ltottmayer,